AT Academy
Zum Mathematik-Inhalt

Exponentialfunktion · Erklären & üben

Exponentialfunktion

Bei einer Exponentialfunktion steht die Variable im Exponenten. Gleiche Schritte der Eingabe bewirken bei der unverschobenen Funktion denselben Multiplikationsfaktor.

Erklärung 01

Formel, Basis und Anfangswert

Wir betrachten f(x)=a⋅bx\mathsf{f(x)=a\cdot b^x} mit reellem a≠0\mathsf{a\ne0}, positiver Basis b>0\mathsf{b>0} und b≠1\mathsf{b\ne1}. Die Definitionsmenge ist ganz R\mathsf{\mathbb R}. Bei x gleich null gilt f(0)=a\mathsf{f(0)=a}, denn b0=1\mathsf{b^0=1}. Für a gleich null entstünde die Nullfunktion; für b gleich eins eine konstante Funktion. Diese Fälle sind hier gesonderte Grenzen. Eine nichtpositive Basis erlaubt nicht dieselbe reelle Definition für alle x.

  1. Lies Vorfaktor und Basis.

  2. Prüfe die Basisbedingungen.

  3. Berechne zuerst die Potenz.

f(x+1)=b⋅f(x)\mathsf{f(x+1)=b\cdot f(x)}.

So geht es am Beispiel

Berechne f(0)\mathsf{f(0)} und f(2)\mathsf{f(2)} für f(x)=3⋅2x\mathsf{f(x)=3\cdot2^x}.

Bei null ist 20=1\mathsf{2^0=1}.

Multipliziere 3⋅1=3\mathsf{3\cdot1=3}.

Bei zwei ist 22=4\mathsf{2^2=4}.

Multipliziere 3⋅4=12\mathsf{3\cdot4=12}.

Ergebnis

f(0)=3 und f(2)=12.

Erklärung 02

Zunahme, Abnahme und negatives Vorzeichen

Für a>0\mathsf{a>0} sind alle Funktionswerte positiv. Bei b>1\mathsf{b>1} ist die Funktion streng steigend, bei 0<b<1\mathsf{0<b<1} streng fallend. Die x-Achse ist waagerechte Asymptote; es gibt keine Nullstelle. Bei a<0\mathsf{a<0} wird der Graph an der x-Achse gespiegelt und die Monotonierichtung kehrt sich um. Die Wertemenge ist dann der negative statt des positiven Zahlenbereichs.

  1. Prüfe das Vorzeichen von a.

  2. Ordne b relativ zu eins ein.

  3. Beachte die Spiegelung bei negativem a.

Für a positiv: Wertebereich (0,∞)\mathsf{(0,\infty)}; für a negativ: (−∞,0)\mathsf{(-\infty,0)}.

Positive Basis: Wachstum und Abnahme. Beide Grundfunktionen durchlaufen (0 | 1).
Negativer Vorfaktor: Spiegelung an der x-Achse. Vorzeichenwechsel kehrt hier die Monotonierichtung um.

So geht es am Beispiel

Beschreibe g(x)=4⋅(1/2)x\mathsf{g(x)=4\cdot(1/2)^x}.

Der Vorfaktor ist positiv.

Die Basis ein Halb liegt zwischen null und eins.

Der Graph fällt und bleibt oberhalb der x-Achse.

Ergebnis

Streng fallend; g(0)=4; keine Nullstelle.

So geht es am Beispiel

Beschreibe h(x)=−2⋅2x\mathsf{h(x)=-2\cdot2^x}.

Die positive Vergleichsfunktion 2⋅2x\mathsf{2\cdot2^x} steigt.

Das negative Vorzeichen spiegelt sie an der x-Achse.

Ergebnis

Streng fallend; h(0)=−2; Wertebereich negativ.

Erklärung 03

Verschiebungen des Graphen

Bei g(x)=a⋅bx−h+d\mathsf{g(x)=a\cdot b^{x-h}+d} verschiebt h den Grundgraphen horizontal, d vertikal. Positives h bedeutet nach rechts, positives d nach oben. Die waagerechte Asymptote ist y=d\mathsf{y=d}. Der y-Achsenabschnitt ist ab−h+d\mathsf{a b^{-h}+d}, also im Allgemeinen nicht a. Die Verschiebung kann Nullstellen erzeugen.

  1. Lies x minus h im Exponenten.

  2. Bestimme die neue Asymptote.

  3. Berechne Achsenschnitte mit der vollständigen Formel.

Verschiebe Punkte von (x∣f(x))\mathsf{(x|f(x))} zu (x+h∣f(x)+d)\mathsf{(x+h|f(x)+d)}.

Verschiebung: eine Einheit rechts, drei nach oben. Für g gilt: g(1) = 4; Asymptote y = 3.

So geht es am Beispiel

Beschreibe g(x)=2x−1+3\mathsf{g(x)=2^{x-1}+3} und berechne g(1).

Der Graph von 2x\mathsf{2^x} wird um eins nach rechts verschoben.

Danach wird er um drei nach oben verschoben.

Bei eins ist der Exponent null.

Berechne 1+3=4\mathsf{1+3=4}.

Ergebnis

g(1)=4; Asymptote y=3.

So geht es am Beispiel

Bestimme die Nullstelle von h(x)=2x−4\mathsf{h(x)=2^x-4}.

Setze 2x−4=0\mathsf{2^x-4=0}.

Addiere vier: 2x=4\mathsf{2^x=4}.

Da 4=22\mathsf{4=2^2} gilt, folgt x gleich 2.

Ergebnis

Nullstelle x=2.

Erklärung 04

Umkehrfunktion und Logarithmus

Die Umkehrfunktion von bx\mathsf{b^x} ist log⁡b(x)\mathsf{\log_b(x)} für positive x. Sie kehrt die Exponentialzuordnung um. Für f(x)=abx\mathsf{f(x)=a b^x} ist f−1(y)=log⁡b(y/a)\mathsf{f^{-1}(y)=\log_b(y/a)} auf dem Wertebereich von f; der Quotient y/a muss positiv sein. Die Basis e führt zur natürlichen Exponentialfunktion und zum natürlichen Logarithmus ln.

  1. Isoliere zuerst den Exponentialterm.

  2. Prüfe den positiven Logarithmuswert.

  3. Nutze die passende Umkehrfunktion.

bx=u\mathsf{b^x=u} genau dann, wenn x=log⁡b(u)\mathsf{x=\log_b(u)} für u>0\mathsf{u>0}.

So geht es am Beispiel

Löse 3⋅2x=24\mathsf{3\cdot2^x=24}.

Teile durch drei: 2x=8\mathsf{2^x=8}.

Schreibe 8=23\mathsf{8=2^3}.

Ergebnis

x=3

So geht es am Beispiel

Löse 2x=5\mathsf{2^x=5} exakt.

Fünf ist positiv, der Logarithmus ist definiert.

Wende den Logarithmus zur Basis zwei an.

Ergebnis

x=log⁡2(5)=ln⁡(5)/ln⁡(2)\mathsf{x=\log_2(5)=\ln(5)/\ln(2)}.

Erklärung 05

Ableitung und Stammfunktion

Für f(x)=abx\mathsf{f(x)=a b^x} gilt f′(x)=aln⁡(b)bx\mathsf{f^{\prime}(x)=a\ln(b)b^x}. Eine Stammfunktion ist F(x)=abx/ln⁡(b)\mathsf{F(x)=a b^x/\ln(b)}, da b ungleich eins und damit ln(b) ungleich null ist. Bei der Basis e gilt ln⁡(e)=1\mathsf{\ln(e)=1}. Für zusätzliche lineare innere Faktoren muss die Kettenregel berücksichtigt werden; die e-Funktion vertieft diesen Fall.

  1. Bestimme die Basis.

  2. Multipliziere beim Ableiten mit ihrem Logarithmus.

  3. Dividiere beim Integrieren durch diesen Logarithmus.

∫abx dx=aln⁡(b)bx+C\mathsf{\int a b^x\,dx=\frac{a}{\ln(b)}b^x+C}.

Basis b > 0, b ungleich 1. f(x) = a · bˣ. Ableitung: a · ln(b) · bˣ. Eine Stammfunktion: a · bˣ / ln(b). ln(b) ist ungleich null.. Die e-Funktion hat ln(e) = 1 als besonderen Basisfaktor.

So geht es am Beispiel

Leite f(x)=5⋅3x\mathsf{f(x)=5\cdot3^x} ab.

Der konstante Vorfaktor fünf bleibt stehen.

Die Ableitung von 3x\mathsf{3^x} ist ln⁡(3)3x\mathsf{\ln(3)3^x}.

Ergebnis

f′(x)=5ln⁡(3)3x\mathsf{f^{\prime}(x)=5\ln(3)3^x}

So geht es am Beispiel

Finde eine Stammfunktion von 2x\mathsf{2^x}.

Teile die Exponentialfunktion durch ln(2).

Beim Ableiten hebt der zusätzliche Faktor ln(2) diesen Nenner auf.

Ergebnis

F(x)=2x/ln⁡(2)\mathsf{F(x)=2^x/\ln(2)}

Erklärung 06

Anwendungen mit festem Zeitbezug

In einem Modell B(t)=B0qt\mathsf{B(t)=B_0q^t} zählt t festgelegte Perioden. Bei positivem Anfangsbestand ist q der Faktor je Periode. Der diskrete Änderungsanteil ist q minus eins. Für einen beobachteten Zeitraum kann ein Modell geeignet sein, ohne ein unbegrenzt gültiges Naturgesetz zu sein. Allgemeine Logarithmusrechnung und Wachstum vertiefen die Auswertung; hier bleibt der Schwerpunkt die Funktion.

  1. Lege eine Periode fest.

  2. Benenne Anfangswert und Faktor.

  3. Interpretiere das Ergebnis im Modellzeitraum.

Zeitvariable, Bestandseinheit und Gültigkeitszeitraum ausdrücklich nennen.

So geht es am Beispiel

Ein erfundener Modellbestand von 80 Einheiten wächst in den ersten drei Tagen mit Tagesfaktor 1,25. Berechne den Bestand nach zwei Tagen.

Setze B(2)=80⋅1,252\mathsf{B(2)=80\cdot1{,}25^2}.

Potenz: 1,252=1,5625\mathsf{1{,}25^2=1{,}5625}.

Produkt: 80⋅1,5625=125\mathsf{80\cdot1{,}5625=125}.

Ergebnis

125 Bestandseinheiten

So geht es am Beispiel

Ein positiver Modellbestand hat Tagesfaktor 0,7. Welche tägliche Veränderung bedeutet das?

Subtrahiere 0,7−1=−0,3\mathsf{0{,}7-1=-0{,}3}.

Ergebnis

Abnahme um 30 % pro Tag.

Jetzt bist du dran

Aufgaben & Lösungen

Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.

  1. Aufgabe 1Exponentialfunktion · 1Für f(x)=2⋅3x\mathsf{f(x)=2\cdot3^x}: Nenne a, b und f(0).Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Der Vorfaktor ist zwei.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die Basis ist drei.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Bei null gilt 30=1\mathsf{3^0=1}, also f(0)=2.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Vorfaktor a2
    2. Basis b3
    3. f null2
  2. Aufgabe 2Exponentialfunktion · 1Berechne f(−1)\mathsf{f(-1)} und f(2)\mathsf{f(2)} für f(x)=4⋅2x\mathsf{f(x)=4\cdot2^x}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Bei minus eins ist 2−1=1/2\mathsf{2^{-1}=1/2}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Multipliziere 4⋅1/2=2\mathsf{4\cdot1/2=2}.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Bei zwei ist 22=4\mathsf{2^2=4}.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Multipliziere 4⋅4=16\mathsf{4\cdot4=16}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. f minus eins2
    2. f zwei16
  3. Aufgabe 3Exponentialfunktion · 1Beschreibe Monotonie und Wertebereich von g(x)=3⋅(1/4)x\mathsf{g(x)=3\cdot(1/4)^x}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Der Vorfaktor ist positiv.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die Basis liegt zwischen null und eins.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Alle Exponentialwerte bleiben positiv.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. MonotonieStreng fallend
    2. Wertebereich(0,∞)\mathsf{(0,\infty)}
  4. Aufgabe 4Exponentialfunktion · 2Beschreibe Monotonie und y-Achsenabschnitt von h(x)=−5⋅(1/2)x\mathsf{h(x)=-5\cdot(1/2)^x}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Die positive Vergleichsfunktion fällt.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Das negative Vorzeichen kehrt die Richtung um.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Bei null ist die Potenz eins.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. MonotonieStreng steigend
    2. y-Achsenabschnitt(0|−5)
  5. Aufgabe 5Exponentialfunktion · 2Für g(x)=3x−2−1\mathsf{g(x)=3^{x-2}-1}: Nenne horizontale und vertikale Verschiebung gegenüber 3x\mathsf{3^x}, die Asymptote und die Nullstelle.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      x minus zwei verschiebt nach rechts um zwei.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Minus eins verschiebt nach unten um eins.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Die Asymptote ist y gleich minus eins.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Setze 3x−2=1\mathsf{3^{x-2}=1}.

    5. Schritt 5 · Erklärung

      Daraus folgt x−2=0\mathsf{x-2=0}.

    6. Schritt 6 · Erklärung

      Also ist x gleich 2.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Horizontale Verschiebung2 nach rechts
    2. Vertikale Verschiebung1 nach unten
    3. Asymptotey=−1\mathsf{y=-1}
    4. Nullstellex=2
  6. Aufgabe 6Exponentialfunktion · 2Löse 5⋅2x=40\mathsf{5\cdot2^x=40} und gib die Umkehrfunktion von 2x\mathsf{2^x} an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Teile durch fünf: 2x=8\mathsf{2^x=8}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Da acht die dritte Potenz von zwei ist, gilt x gleich 3.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Die Umkehrfunktion ist der Logarithmus zur Basis zwei auf positiven Zahlen.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Lösungx=3
    2. Umkehrfunktionlog⁡2(x)\mathsf{\log_2(x)} für x>0\mathsf{x>0}
  7. Aufgabe 7Exponentialfunktion · 2Leite f(x)=4⋅5x\mathsf{f(x)=4\cdot5^x} ab.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Der Vorfaktor vier bleibt stehen.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Multipliziere die Exponentialfunktion mit ln(5).

    Ergebnis

    1. Ableitungf′(x)=4ln⁡(5)5x\mathsf{f^{\prime}(x)=4\ln(5)5^x}
  8. Aufgabe 8Exponentialfunktion · 2Gib die allgemeine Stammfunktion von 3⋅2x\mathsf{3\cdot2^x} an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Der Basislogarithmus ist ln(2).

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Dividiere den Vorfaktor durch ln(2).

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Ergänze die Integrationskonstante.

    Ergebnis

    1. Allgemeine StammfunktionF(x)=3ln⁡(2)2x+C\mathsf{F(x)=\frac{3}{\ln(2)}2^x+C}
  9. Aufgabe 9Exponentialfunktion · 3Ein Modellbestand von 160 verliert täglich 25 %. Gib Tagesfaktor und Funktion für t in Tagen an. Berechne den Wert nach zwei Tagen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Tagesfaktor: 1−0,25=0,75\mathsf{1-0{,}25=0{,}75}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die Funktion ist B(t)=160⋅0,75t\mathsf{B(t)=160\cdot0{,}75^t}.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Potenz: 0,752=0,5625\mathsf{0{,}75^2=0{,}5625}.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Produkt: 160⋅0,5625=90\mathsf{160\cdot0{,}5625=90}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Tagesfaktor0,75
    2. ModellfunktionB(t)=160⋅0,75t\mathsf{B(t)=160\cdot0{,}75^t}
    3. Bestand nach zwei Tagen90 Bestandseinheiten

Selbstcheck

Das kann ich jetzt

  • Ich prüfe die Basis und das Vorzeichen.
  • Ich unterscheide Verschiebung und Spiegelung.
  • Ich verwende den Logarithmus als Umkehrfunktion.
  • Ich beachte ln(b) beim Ableiten und Integrieren.

AT Academy · Version 2026-10-21

Exponentialfunktion | AT Academy