Erklärung 01
Ordnung mit klarer Bedeutung
Ordinalskalierte Ausprägungen lassen sich in eine sachlich begründete Reihenfolge bringen. Die Ordnung soll widerspruchsfrei und transitiv sein: Liegt A vor B und B vor C, dann liegt A vor C. Aus der Ordnung folgen keine gleichen Abstände. Ein fiktiver Wettbewerbsrang und eine vorgegebene Qualitätsklasse sind Beispiele.
Benenne, welche Richtung besser, höher oder stärker bedeutet.
Unterscheide Rangposition und gemessene Leistung.
Eine Rangfolge beantwortet das Vorher oder Nachher, nicht die Größe des Unterschieds.
So geht es am Beispiel
In einem fiktiven Sprungwettbewerb liegt Ada auf Rang1, Ben auf Rang2 und Cem auf Rang3. Was folgt daraus?
Ada liegt in der Rangfolge vor Ben, Ben vor Cem.
Über Punkt- oder Weitenabstände sind keine Angaben vorhanden.
Erklärung 02
Median, Häufigkeiten und Umcodierung
Für geordnete Kategorien sind Häufigkeiten, Modalwert und eine mittlere Kategorie sinnvoll. Bei einer ungeraden Anzahl ist die mittlere Position eindeutig. Bei gerader Anzahl können die beiden mittleren Kategorien auseinanderfallen; aus ihnen darf ohne zusätzliche Abstandsannahme kein Zahlenmittel als Kategorie gebildet werden. Eine streng ordnungserhaltende Umcodierung erhält die Ranginformation.
Sortiere nach der vorgegebenen Ordnung.
Markiere die mittlere Position bzw. beide mittleren Positionen.
Andere Abstände zwischen Zahlencodes verändern eine reine Rangordnung nicht.
So geht es am Beispiel
Fünf Antworten lauten hoch, niedrig, mittel, hoch, mittel. Bestimme die mittlere Kategorie bei niedrig vor mittel vor hoch.
Sortiert erhältst du niedrig, mittel, mittel, hoch, hoch.
Die dritte von fünf Positionen lautet mittel.
Erklärung 03
Abgrenzung zu anderen Skalen
Bei nominalen Kategorien fehlt die natürliche Reihenfolge. Bei metrischen Messwerten sind zusätzlich die Abstände interpretierbar. Beispielsweise können Qualitätsklassen in der hier festgelegten Reihenfolge A vor AA vor AAA ordinal codiert werden. Die Klassennamen allein liefern keine numerischen Leistungsabstände. Für reale Anwendungen muss die jeweilige Ordnung ausdrücklich vorgegeben sein.
Begründe die Ordnung aus der Bedeutung, nicht aus der Schreibweise.
Rechne mit Rangcodes nur, wenn dafür eine passende zusätzliche Modellannahme vorliegt.
Ordinal bedeutet mehr als verschieden, aber weniger als messbar gleichabständig.
So geht es am Beispiel
Drei Stufen niedrig, mittel, hoch erhalten zuerst1,2,3 und später10,20,100 als Codes. Bleibt die Information gleich?
Beide Codierungen erhalten dieselbe Reihenfolge.
Die Codeabstände ändern sich deutlich, ohne dass sich die Kategorien ändern.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Ordinalskala · EinstiegWarum sind Rangplätze1,2,3 eines Wettbewerbs ordinal und nicht allein deshalb metrisch?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Plätze legen eine Reihenfolge fest. Leistungsabstände sind durch die Rangnummern nicht gegeben.
Ergebnis
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 2Ordinalskala · EinstiegOrdne fünf Antworten niedrig, hoch, mittel, mittel, hoch aufsteigend und bestimme die mittlere Kategorie.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die sortierte Liste lautet niedrig, mittel, mittel, hoch, hoch. Die dritte Position ist mittel.
Ergebnis
- Median
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 3Ordinalskala · StandardEine vorgegebene Ordnung lautet A vor AA vor AAA. Sind die Codes A=1, AA=2, AAA=10 ordnungserhaltend?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Codes steigen in genau der vorgegebenen Reihenfolge. Ihre ungleichen Abstände ändern die Ranginformation nicht.
Ergebnis
- Entscheidung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Ordinalskala · StandardZwei mittlere Kategorien einer geraden Stichprobe lauten mittel und hoch. Darf daraus ohne Weiteres die Kategorie1,5 berechnet werden?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Kategorien haben keine vorausgesetzten gleich großen Abstände. Der numerische Code hängt von einer frei gewählten Codierung ab.
Ergebnis
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Ordinalskala · TransferZeichne niedrig2, mittel3 und hoch1 in die vorbereiteten Säulenachsen. Bestimme den Modalwert.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Säulendiagramm
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Kategorien folgen der angegebenen Ordnung. Die Säulenhöhen sind2,3,1; mittel tritt am häufigsten auf.
Ergebnisse & Teilantworten
- Säulendiagramm
- Modalwert
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 6Ordinalskala · TransferVergleiche das Merkmal Lieblingsfarbe mit der Bewertung niedrig, mittel, hoch. Welches ist ordinal?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Farben sind hier ungeordnete Kategorien. Die Bewertungsstufen haben eine erklärte Rangfolge.
Ergebnis
- Einordnung
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich beurteile die Bedeutung der Werte statt nur ihre Schreibweise.
- Ich begründe, ob Ordnung, Abstände und ein natürlicher Nullpunkt vorliegen.
- Ich nutze nur Kennzahlen und Vergleiche, die durch die Skala gerechtfertigt sind.
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