Erklärung 01
Modell und zulässiger Start
Unser kontinuierliches Modell maximiert unter , , sowie . Die Variablen dürfen reelle Werte annehmen. Alle Nebenbedingungen haben die Form kleiner gleich und nichtnegative rechte Seiten. Ergänze nichtnegative Schlupfvariablen: , , . Sie messen die ungenutzten Kapazitäten. Setzt du die Nichtbasisvariablen x und y auf null, erhältst du die zulässige Startbasis aus den drei Schlupfvariablen.
Schreibe jede Ungleichung als Gleichung mit Schlupfvariable
Setze die ursprünglichen Variablen auf null und lies die rechten Seiten ab.
Eine Startbasis muss die Gleichungen und die Nichtnegativität erfüllen.
So geht es am Beispiel
Bestimme die Startlösung des Modells.
Erklärung 02
Tableau und feste Vorzeichenkonvention
Die Spaltenfolge lautet . Die rechte Spalte b enthält die rechten Seiten. Die Zielfunktionszeile wird als geschrieben; die z-Spalte mit Koeffizient eins bleibt in der Tabelle weggelassen. Ein negativer Koeffizient in dieser Zeile zeigt hier eine verbessernde Eintrittsmöglichkeit an. Wir wählen den am stärksten negativen Koeffizienten. Die Spalten der Basisvariablen bilden in den Nebenbedingungszeilen die Einheitsmatrix.
Halte die Spaltenfolge fest
Übertrage die Koeffizienten einschließlich der Nullen.
Die Pivotregel gehört zu genau dieser Vorzeichenkonvention.
So geht es am Beispiel
Lies die erste Nebenbedingungszeile und die Zielfunktionszeile ab.
Erklärung 03
Pivotspalte und Quotiententest
Im Starttableau wird x Eintrittsvariable, weil minus drei der kleinste Koeffizient der Zielfunktionszeile ist. Für den Quotiententest wird b nur durch positive Einträge der Pivotspalte geteilt. Einträge null oder negativ werden ausgelassen. Der kleinste zulässige Quotient bestimmt die austretende Basisvariable. Im regulären Beispiel sind die berücksichtigten Quotienten positiv und eindeutig verschieden. Allgemein darf ein Quotient auch null sein; solche entarteten Fälle werden hier nicht behandelt.
Wähle zuerst die Eintrittsspalte
Bilde dann nur bei positivem Spalteneintrag den Quotienten und wähle den kleinsten.
Positive Spalteneinträge sind die Voraussetzung für diesen Quotiententest.
So geht es am Beispiel
Bestimme den ersten Pivot des Starttableaus.
Erklärung 04
Erster Basiswechsel
Dividiere die Pivotzeile durch das Pivotelement, damit dort eine Eins steht. Eliminiere danach die übrigen Einträge der Pivotspalte durch Zeilenoperationen. Beim ersten Pivot ist das Element bereits eins. Die normierte zweite Zeile bleibt . Danach wird sie von Zeile eins abgezogen und dreimal zur Zielfunktionszeile addiert. Zeile drei bleibt unverändert. Die neue Basis besteht aus s₁, x und s₃.
Normiere zuerst die Pivotzeile
Verwende anschließend diese normierte Zeile für alle übrigen Zeilenoperationen.
Ein Basiswechsel verändert die Darstellung, nicht das Gleichungssystem.
So geht es am Beispiel
Führe den ersten Pivot aus. Die Reihenfolge der Spalten bleibt x, y, s₁, s₂, s₃, b.
Erklärung 05
Zweiter Pivot und Endlösung
Nun ist nur der y-Koeffizient in der Zielfunktionszeile negativ. Der Quotiententest liefert für Zeile eins zwei und für Zeile drei drei; Zeile zwei entfällt wegen ihres y-Koeffizienten null. Also tritt y ein und s₁ aus. Das Pivotelement in Zeile eins ist bereits eins. Nach der Elimination enthält die Zielfunktionszeile keine negativen Koeffizienten mehr. Es gilt . Weil beide Schlupfvariablen nichtnegativ sind, kann z höchstens zehn betragen; die gefundene Lösung erreicht diesen Wert.
Wiederhole Quotiententest und Pivotoperationen
Setze am Ende die Nichtbasisvariablen auf null und lies alle Basiswerte ab.
Die Endzeile liefert hier zugleich eine obere Schranke und den erreichten Optimalwert.
So geht es am Beispiel
Führe den zweiten Pivot aus und lies das Ergebnis ab.
Erklärung 06
Probe, grafische Sicht und Grenzen
Prüfe die Endlösung in den ursprünglichen Ungleichungen, nicht nur im Tableau. Der zulässige Bereich hat die Eckpunkte , , , und . Der Eckpunktvergleich bestätigt das Maximum. Andere Startlagen können zusätzliche Verfahren verlangen. Dualer Simplex und Big-M sind eigenständige weiterführende Methoden und werden hier nicht ausgeführt. Auch Entartung und Konvergenztheorie gehören nicht zu diesem Einstieg. Für die grafische Methode führt Lineare Optimierung weiter.
Prüfe jede Originalrestriktion und die Nichtnegativität
Setze die Werte zusätzlich in die ursprüngliche Zielfunktion ein.
Eine richtige Endlösung erfüllt das ursprüngliche Modell.
So geht es am Beispiel
Prüfe x = 2 und y = 2 und vergleiche die Zielfunktion an allen Eckpunkten.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Primaler Simplex · 1Verwende das Modell aus Abschnitt eins. Gib bei x = 0 und y = 0 die drei Schlupfwerte und den Zielfunktionswert getrennt an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
- Schritt 3 · Erklärung
- Schritt 4 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Schlupf s₁
- Schlupf s₂
- Schlupf s₃
- Zielfunktionswert z
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 2Primaler Simplex · 1Schreibe die Zielfunktion z = 5x + 2y in unserer Tableaukonvention mit z auf der linken Seite. Welche Variable wird bei Wahl des stärksten negativen Koeffizienten zuerst Eintrittsvariable?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Zielfunktionsgleichung
- Eintrittsvariable
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 3Primaler Simplex · 2Für eine Pivotspalte sind die Einträge von oben nach unten 2, 1, 0; die rechten Seiten lauten 8, 3, 7. Berechne die zwei zulässigen Quotienten, nenne die Pivotzeile und begründe das Auslassen der dritten Zeile.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Quotient Zeile eins
- Quotient Zeile zwei
- Pivotzeile
- Grund für Auslassen
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Primaler Simplex · 2Die Pivotzeile lautet 2x + 4y + s₁ = 8; x soll Basisvariable werden. Normiere diese einzelne Zeile. Gib den x-Koeffizienten, den y-Koeffizienten, den s₁-Koeffizienten und die rechte Seite getrennt an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- x-Koeffizient
- y-Koeffizient
- s₁-Koeffizient
- Rechte Seite
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Primaler Simplex · 2Im Hauptbeispiel wird beim ersten Pivot R₂ von R₁ abgezogen. Ausgangszeilen: x + y + s₁ = 4 und x + s₂ = 2. Gib die neue Gleichung und die danach austretende sowie eintretende Basisvariable an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Neue Gleichung
- Austretende Variable
- Eintretende Variable
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 6Primaler Simplex · 2Nach dem ersten Pivot gelten y + s₁ − s₂ = 2, x + s₂ = 2 und y + s₃ = 3. Die Zielfunktionszeile ist z − 2y + 3s₂ = 6. Nenne die nächste Eintrittsvariable, die beiden zulässigen Quotienten, die Pivotzeile und die austretende Variable.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Eintrittsvariable
- Quotient Zeile eins
- Quotient Zeile drei
- Pivotzeile
- Austretende Variable
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 7Primaler Simplex · 2Lies aus dem Endtableau des Hauptbeispiels x, y, alle drei Schlupfwerte und z ab. Welche Variablen sind Nichtbasisvariablen?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
- Schritt 3 · Erklärung
- Schritt 4 · Erklärung
- Schritt 5 · Erklärung
- Schritt 6 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- x
- y
- s₁
- s₂
- s₃
- z
- Nichtbasisvariablen
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 8Primaler Simplex · 3Jemand schlägt x = 2 und y = 3 für das Hauptbeispiel vor. Berechne den Zielfunktionswert. Ist der Punkt zulässig? Begründe anhand der verletzten Originalrestriktion.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Zielfunktionswert
- Zulässig?
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 9Primaler Simplex · 3Im Endtableau gilt z + 2s₁ + s₂ = 10. Erkläre, warum z höchstens zehn sein kann. Prüfe außerdem, ob der Ursprung beim veränderten Modell mit x + y ≥ 2 noch zulässig ist, und begründe getrennt.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
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- Schritt 2 · Erklärung
- Schritt 3 · Erklärung
- Schritt 4 · Erklärung
Ergebnisse & Teilantworten
- Begründung der oberen Schranke
- Ursprung im veränderten Modell zulässig?
- Begründung zur Startlage
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich nenne Ausgangs- und Zieleinheit.
- Ich leite den passenden Faktor aus den Einheiten ab.
- Ich schreibe Einheit und Zahlwert gemeinsam auf.
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