Erklärung 01
Die drei Bereiche des Normalmodells
Bei einer Normalverteilung ist die Glockenkurve symmetrisch um den Erwartungswert. Die Standardabweichung sigma misst die Streuung. Etwa 68,3 Prozent liegen höchstens eine,95,4 Prozent höchstens zwei und 99,7 Prozent höchstens drei Standardabweichungen vom Erwartungswert entfernt. Diese gerundeten Werte gelten nicht automatisch für jede Verteilung.
Prüfe das Normalmodell.
Lies Erwartungswert und Standardabweichung ab.
Wähle den passenden Sigma-Bereich.
So geht es am Beispiel
Eine Füllmenge ist normalverteilt mit Erwartungswert 500 ml und Standardabweichung 4 ml. Gib das Zwei-Sigma-Intervall an.
Im Normalmodell liegen ungefähr 95,4 Prozent in diesem Bereich.
Erklärung 02
Randbereiche durch Symmetrie bestimmen
Die Wahrscheinlichkeit außerhalb eines symmetrischen Bereichs ist die Ergänzung zu 1. Beim Normalmodell verteilt sich diese Restwahrscheinlichkeit gleich auf den linken und rechten Rand.
Ergänze den zentralen Anteil auf 100 Prozent.
Halbiere die Restwahrscheinlichkeit für einen einzelnen Rand.
So geht es am Beispiel
Für dieselbe Füllmenge: Wie wahrscheinlich ist mehr als 508 ml?
508 ml liegt zwei Standardabweichungen über dem Erwartungswert.
Außerhalb des Zwei-Sigma-Bereichs liegen ungefähr 4,6 Prozent; rechts davon die Hälfte.
Erklärung 03
Binomialmodell näherungsweise vergleichen
Eine Binomialvariable zählt Erfolge bei fester Versuchszahl, unabhängigen Versuchen und gleichbleibender Erfolgswahrscheinlichkeit. Ihre Verteilung ist diskret. Bei ausreichend großer Streuung kann eine Normalverteilung als Näherung dienen. Als schulische Faustregel wird häufig eine Standardabweichung größer als 3 verwendet; sie garantiert keine bestimmte Genauigkeit. Für konkrete ganzzahlige Grenzen verbessert die Stetigkeitskorrektur um 0,5 die Näherung.
Prüfe die Binomialvoraussetzungen.
Berechne Erwartungswert und Standardabweichung.
Kennzeichne die Normalrechnung ausdrücklich als Näherung.
So geht es am Beispiel
X zählt Erfolge in 100 unabhängigen Versuchen mit Erfolgswahrscheinlichkeit 0,5. Bestimme die Kennwerte und ordne den Bereich 40 bis 60 grob ein.
40 und 60 liegen zwei Standardabweichungen vom Mittelwert entfernt. Die Sigma-Regel liefert grob 95,4 Prozent; dies ist keine exakte Binomialwahrscheinlichkeit.
Mit Stetigkeitskorrektur würde das kontinuierliche Intervall von 39,5 bis 60,5 verwendet.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Sigma Regeln Mathe · EinstiegX ist normalverteilt mit Erwartungswert 80 und Standardabweichung 6. Bestimme die Grenzen des Ein-Sigma-Intervalls und den ungefähren Anteil.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Die Ein-Sigma-Regel liefert ungefähr 68,3 Prozent.
Ergebnisse & Teilantworten
- Untere Grenze
- Obere Grenze
- Ungefährer Anteil
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Sigma Regeln Mathe · EinstiegEine Länge ist normalverteilt mit Erwartungswert 120 mm und Standardabweichung 2 mm. Gib das Drei-Sigma-Intervall und den ungefähren Anteil an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Die Drei-Sigma-Regel liefert ungefähr 99,7 Prozent.
Ergebnisse & Teilantworten
- Untere Grenze
- Obere Grenze
- Ungefährer Anteil
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Sigma Regeln Mathe · ÜbungIn der Vorlage ist eine Normaldichte mit Erwartungswert 20 Sekunden und Standardabweichung 2 Sekunden eingezeichnet. Schraffiere den Zwei-Sigma-Bereich und beschrifte seine Grenzen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Schraffierter Bereich
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Zwei Standardabweichungen entsprechen 4 Sekunden.
- Schritt 2 · Erklärung
Schraffiert wird die Fläche unter der Kurve zwischen 16 und 24 Sekunden.
Ergebnis
- Schraffierter Bereich
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Sigma Regeln Mathe · ÜbungX ist normalverteilt. Bestimme näherungsweise den Anteil außerhalb des Ein-Sigma-Bereichs und den Anteil oberhalb der oberen Ein-Sigma-Grenze.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Aufgrund der Symmetrie liegt die Hälfte rechts.
Ergebnisse & Teilantworten
- Außerhalb
- Oberhalb
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 5Sigma Regeln Mathe · TransferX zählt Erfolge in 200 unabhängigen Versuchen mit Erfolgswahrscheinlichkeit 0,5. Berechne Erwartungswert und Standardabweichung. Prüfe die Faustregel sigma größer 3 und nenne die Grenzen der stetigkeitskorrigierten Normalnäherung für 86 bis 114 Erfolge.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Die Standardabweichung ist größer 3. Eine Normalnäherung ist nach der genannten Faustregel plausibel.
- Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg
Für die eingeschlossenen ganzen Werte 86 bis 114 werden die Grenzen um 0,5 nach außen verschoben.
Ergebnisse & Teilantworten
- Erwartungswert
- Standardabweichung
- Faustregel
- Korrigierte Untergrenze
- Korrigierte Obergrenze
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 6Sigma Regeln Mathe · TransferEine Zufallsvariable nimmt nur die Werte−1 und 1 jeweils mit Wahrscheinlichkeit 0,5 an. Ihr Erwartungswert ist 0, ihre Standardabweichung 1. Jemand erwartet 68,3 Prozent im Ein-Sigma-Intervall. Prüfe die Aussage.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Das Ein-Sigma-Intervall reicht von−1 bis 1.
- Schritt 2 · Erklärung
Beide möglichen Werte liegen im geschlossenen Intervall.
- Schritt 3 · Erklärung
Die Verteilung ist nicht normalverteilt. Deshalb ist die Sigma-Regel hier nicht anwendbar.
Ergebnisse & Teilantworten
- Tatsächlicher Anteil
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich prüfe die Modellvoraussetzung vor einer Sigma-Regel.
- Ich berechne Grenzen aus Erwartungswert und Standardabweichung.
- Ich kennzeichne Normalnäherungen für Binomialzahlen als Näherung.
AT Academy · Version 2026-10-21
