Erklärung 01
Ergebnisse sammeln, Ereignisse beschreiben
Ein Ergebnis ist ein einzelner möglicher Ausgang. Ein Ereignis ist eine Menge von Ergebnissen. Bei einem fairen Würfel ist die 4 ein Ergebnis; „gerade Zahl“ ist ein Ereignis.
Lege fest, was beobachtet wird.
Notiere alle möglichen Ergebnisse.
Wähle die Ergebnisse aus, die die Ereignisbedingung erfüllen.
So geht es am Beispiel
Ein fairer Würfel wird einmal geworfen. Beschreibe das Ereignis A „gerade Zahl“.
Die möglichen Augenzahlen sind 1 bis 6.
Die Bedingung erfüllen die Zahlen 2, 4 und 6.
Erklärung 02
Gleich wahrscheinliche Ergebnisse zählen
Bei einem Laplace-Modell sind alle einzelnen Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Dann teilst du die Zahl günstiger Ergebnisse durch die Gesamtzahl. Zwei Farbnamen bedeuten nicht automatisch zwei gleich wahrscheinliche Ergebnisse.
Prüfe die Gleichwahrscheinlichkeit.
Zähle günstige und alle Ergebnisse.
Bilde den Quotienten und wandle ihn bei Bedarf in Prozent um.
So geht es am Beispiel
Ein ideales Glücksrad hat acht gleich große Felder: fünf mit R und drei mit B. Wie wahrscheinlich ist B?
Jedes der acht Felder ist gleich wahrscheinlich.
Drei Felder tragen B.
Erklärung 03
Ergänzen und kombinieren
Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 0 und 1. Ein unmögliches Ereignis hat Wahrscheinlichkeit 0, ein sicheres 1. Das Gegenereignis enthält genau die übrigen Ergebnisse. Bei disjunkten Ereignissen darfst du die Wahrscheinlichkeiten addieren.
Prüfe, ob Ereignisse einander ausschließen.
Nutze das Gegenereignis, wenn es leichter zu zählen ist.
Bei mehreren Würfen zähle geordnete Ergebnisse.
So geht es am Beispiel
Zwei faire Würfel werden unabhängig geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für die Summe 3.
Jeder erste Wurf lässt sich mit sechs zweiten Würfen kombinieren.
Günstig sind die geordneten Paare (1, 2) und (2, 1).
Erklärung 04
Modell und Beobachtung trennen
Eine relative Häufigkeit beschreibt bereits beobachtete Versuche. Sie kann eine unbekannte Wahrscheinlichkeit schätzen. Auch bei einer fairen Münze sind nicht in jeder Versuchsreihe genau gleich viele Kopf- und Zahlwürfe zu erwarten.
Teile die Trefferzahl durch die Versuchszahl.
Benenne den Wert als beobachtete relative Häufigkeit.
Unterscheide ihn von der Wahrscheinlichkeit des Modells.
So geht es am Beispiel
In 60 Münzwürfen wird 33-mal Kopf beobachtet. Vergleiche Häufigkeit und faires Modell.
Beobachtet wurden 55 Prozent Kopf. Im fairen Modell beträgt die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent.
Die Abweichung allein beweist keine Unfairness.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Wahrscheinlichkeit · EinstiegEin fairer Würfel wird einmal geworfen. Notiere die Ergebnismenge und das Ereignis A „größer als 4“.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Alle sechs Augenzahlen sind möglich.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Nur 5 und 6 erfüllen die Bedingung.
Ergebnisse & Teilantworten
- Ergebnismenge
- Ereignis A
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Wahrscheinlichkeit · EinstiegEin Beutel enthält elf äußerlich gleiche Lose: vier Gewinnlose und sieben Nieten. Jedes Los wird gleich wahrscheinlich gezogen. Berechne die Gewinnwahrscheinlichkeit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Vier von elf Losen sind günstig.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Die Prozentangabe ist gerundet.
Ergebnis
- Gewinnwahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Wahrscheinlichkeit · ÜbungEin fairer Würfel wird einmal geworfen. Ordne auf der Skala zu: A „Augenzahl 7“, B „Augenzahl höchstens 4“, C „Augenzahl mindestens 1“. Zeichne und beschrifte drei Markierungen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Beschriftete Wahrscheinlichkeitsskala
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
A ist unmöglich.
- Schritt 2 · Erklärung
Vier der sechs Augenzahlen sind höchstens 4.
- Schritt 3 · Erklärung
C enthält alle möglichen Ergebnisse.
Ergebnis
- Beschriftete Wahrscheinlichkeitsskala
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Wahrscheinlichkeit · ÜbungEin Glücksrad hat zehn gleich große Felder: sechs gelbe, drei blaue und ein weißes. Berechne die Wahrscheinlichkeit für „nicht gelb“ und für „gelb oder weiß“.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Nicht gelb umfasst drei blaue und ein weißes Feld.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Gelb und Weiß schließen sich bei einem Dreh aus.
Ergebnisse & Teilantworten
- Nicht gelb
- Gelb oder weiß
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 5Wahrscheinlichkeit · TransferZwei faire Würfel werden unabhängig geworfen. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für die Summe 5. Nenne zuerst alle günstigen geordneten Paare.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Tipp anzeigen
Die Reihenfolge der Würfel gehört zum Ergebnis.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Zu jeder ersten Augenzahl gehören sechs mögliche zweite Augenzahlen.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Günstig sind (1, 4), (2, 3), (3, 2), (4, 1).
Ergebnisse & Teilantworten
- Günstige Paare
- Wahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 6Wahrscheinlichkeit · TransferEine Münze zeigt bei 80 Würfen 46-mal Kopf. Berechne die relative Häufigkeit. Tom behauptet: „Beim nächsten Wurf kommt Kopf sicher mit 57,5 Prozent Wahrscheinlichkeit.“ Beurteile die Aussage.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die relative Häufigkeit bezieht sich auf diese 80 Würfe.
- Schritt 2 · Erklärung
Dieser beobachtete Anteil legt die Wahrscheinlichkeit des nächsten Wurfs nicht sicher fest.
- Schritt 3 · Erklärung
Bei einer fairen Münze und unabhängigen Würfen bleibt sie 50 Prozent. Ohne ein solches Modell dient der Anteil nur als Schätzung.
Ergebnisse & Teilantworten
- Relative Häufigkeit
- Beurteilung
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich unterscheide Ergebnis und Ereignis.
- Ich prüfe die Gleichwahrscheinlichkeit vor der Laplace-Formel.
- Ich verwechsle relative Häufigkeit nicht mit einer garantierten Wahrscheinlichkeit.
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