Erklärung 01
Drei Blickrichtungen
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung beginnt mit einem Modell und fragt nach möglichen Ergebnissen. Die beschreibende Statistik ordnet beobachtete Daten. Die induktive Statistik nutzt Stichproben, um mit Unsicherheit Aussagen über eine größere Grundgesamtheit zu machen. Statistik ist damit ein Teilgebiet der Stochastik.
Frage: Ist ein Modell oder sind beobachtete Daten gegeben?
Frage: Werden Daten nur beschrieben oder auf weitere Fälle übertragen?
Ein Stichprobenergebnis ist keine sichere Aussage über alle Fälle.
So geht es am Beispiel
Bei einer Befragung wählen 14 von 35 Personen den Bus. Was ist Beschreibung, was ist Schlussfolgerung?
40 Prozent der Befragten wählten den Bus: Das beschreibt die Stichprobe.
„40 Prozent aller Einwohner wählen den Bus“ überträgt auf die Grundgesamtheit und benötigt eine geeignete Stichprobe sowie eine Unsicherheitsangabe.
Erklärung 02
Vom Zufallsexperiment zur Verteilung
Ein Zufallsexperiment hat vorab bekannte mögliche Ergebnisse, aber sein Ausgang steht nicht sicher fest. Eine Zufallsvariable ordnet jedem Ergebnis eine Zahl zu. Ihre Verteilung gibt an, wie wahrscheinlich die einzelnen Werte sind.
Notiere die möglichen Ergebnisse.
Definiere die betrachtete Zahl eindeutig.
Fasse Ergebnisse mit demselben Zahlenwert zusammen.
So geht es am Beispiel
Zwei faire Münzen werden unabhängig geworfen. X zählt die Kopfseiten. Bestimme die Verteilung.
Die vier geordneten Ergebnisse KK, KZ, ZK und ZZ sind gleich wahrscheinlich.
ZZ liefert 0 Kopfseiten, KZ und ZK liefern 1, KK liefert 2.
Die Wahrscheinlichkeiten ergeben zusammen 1.
Erklärung 03
Möglichkeiten systematisch zählen
Die Kombinatorik zählt Möglichkeiten, ohne jede Auswahl zufällig ausprobieren zu müssen. Wenn auf jede erste Wahl gleich viele zweite Wahlen folgen, multiplizierst du die Anzahlen. Reihenfolge und Wiederholung müssen zur Situation passen.
Lege fest, ob die Reihenfolge wichtig ist.
Prüfe, ob etwas mehrfach gewählt werden darf.
Zähle Stufe für Stufe.
So geht es am Beispiel
Ein Menü besteht aus einer von drei Suppen A, B, C und einem von zwei Broten X, Y. Wie viele Menüs gibt es?
Zu A gehören AX und AY, zu B gehören BX und BY, zu C gehören CX und CY.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Stochastik · EinstiegOrdne zu: (a) Aus einem fairen Würfelmodell die Chance auf eine 6 berechnen. (b) Die Wartezeiten von 24 Kunden zusammenfassen. (c) Aus 400 befragten Haushalten auf alle Haushalte der Stadt schließen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
a geht vom Modell aus: Wahrscheinlichkeitsrechnung.
- Schritt 2 · Erklärung
b beschreibt erhobene Daten: beschreibende Statistik.
- Schritt 3 · Erklärung
c überträgt von einer Stichprobe auf eine Grundgesamtheit: induktive Statistik.
Ergebnisse & Teilantworten
- a
- b
- c
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 2Stochastik · EinstiegEin fairer Würfel wird einmal geworfen. Das Ereignis A lautet „Augenzahl kleiner als 3“. Nenne A und berechne seine Wahrscheinlichkeit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Die Zahlen 1 und 2 erfüllen die Bedingung.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Zwei von sechs gleich wahrscheinlichen Ergebnissen sind günstig.
Ergebnisse & Teilantworten
- Ereignis
- Wahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Stochastik · ÜbungEine AG bietet vier Getränke A, B, C, D und drei Snacks X, Y, Z. Ein Paket enthält ein Getränk und einen Snack. Wie viele verschiedene Pakete sind möglich? Nenne alle Pakete mit Getränk C.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Zu jedem der vier Getränke gehören drei Snacks.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Mit C entstehen CX, CY und CZ.
Ergebnisse & Teilantworten
- Anzahl
- Pakete mit C
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 4Stochastik · ÜbungZwei faire Münzen werden unabhängig geworfen. X zählt die Zahlseiten. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für 0, 1 und 2 Zahlseiten. Zeichne die Verteilung als Säulendiagramm in die Vorlage.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Säulendiagramm
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die vier gleich wahrscheinlichen Ergebnisse sind KK, KZ, ZK und ZZ.
- Schritt 2 · Erklärung
KK liefert 0 Zahlseiten, KZ und ZK liefern 1, ZZ liefert 2.
- Schritt 3 · Erklärung
Die Säulen stehen bei 0, 1 und 2 und haben Höhen 25, 50 und 25 Prozent.
Ergebnisse & Teilantworten
- 0 Zahlseiten
- 1 Zahlseite
- 2 Zahlseiten
- Säulendiagramm
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Stochastik · TransferBei 50 unabhängigen Würfen eines Würfels erscheint neunmal die 6. Berechne die relative Häufigkeit. Beweist das Ergebnis, dass der Würfel fair ist?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Neun Treffer werden auf 50 Versuche bezogen.
- Schritt 2 · Erklärung
Im fairen Modell hat eine 6 die Wahrscheinlichkeit ein Sechstel.
- Schritt 3 · Erklärung
Eine einzelne beobachtete Häufigkeit beweist keine Fairness. Auch ein fairer Würfel erzeugt schwankende Häufigkeiten.
Ergebnisse & Teilantworten
- Beobachteter Anteil
- Beurteilung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 6Stochastik · TransferVor einem Fahrradladen werden 60 Personen befragt; 42 kommen täglich mit dem Rad. Eine Zeitung schreibt: „70 Prozent der Stadtbevölkerung fahren täglich Rad.“ Berechne den Stichprobenanteil und nenne einen konkreten Grund, warum der Schluss unsicher ist.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Der Anteil in der Befragung beträgt:
- Schritt 2 · Erklärung
Vor einem Fahrradladen werden vermutlich häufiger Radfahrende angetroffen als an anderen Orten.
- Schritt 3 · Erklärung
Die Ortsauswahl kann die Stichprobe verzerren; 70 Prozent ist deshalb keine gesicherte Aussage über die gesamte Stadtbevölkerung.
Ergebnisse & Teilantworten
- Stichprobenanteil
- Problem der Befragung
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich kann Modellrechnung, Datenbeschreibung und Verallgemeinerung unterscheiden.
- Ich kann einfache Möglichkeiten systematisch zählen.
- Ich kann eine diskrete Verteilung lesen und zeichnen.
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