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Variablen · Erklären & üben

Was ist eine Variable?

Eine Variable ist ein Zeichen für eine Zahl oder Größe. Welche Werte möglich sind und welche Rolle sie hat, ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Erklärung 01

Zeichen, Wert und Rolle

Eine Variable wird häufig durch einen Buchstaben wie x oder n bezeichnet. Der Buchstabe ist nicht schon ein bestimmter Zahlenwert. In einer Gleichung kann er eine gesuchte Zahl darstellen, in einer allgemeinen Regel viele zulässige Zahlen und in einer Funktion einen eingesetzten Eingangswert. Derselbe Buchstabe erhält innerhalb einer Auswertung überall denselben Wert.

  1. Benenne das Variablenzeichen.

  2. Lies den vorgegebenen oder gesuchten Wert.

  3. Setze denselben Wert an jeder passenden Stelle ein.

Variable und eingesetzter Wert sind zu unterscheiden.

Buchstabe, eingesetzter Wert und Ergebnis. Term: 4x + 1. x ist das Variablenzeichen.. Vorgabe: x = 3. 3 ist der eingesetzte Wert.. 4 · 3 + 1 = 13. 13 ist der Wert des ganzen Terms.. Der Faktor 4 wird beim Einsetzen nicht verändert.

So geht es am Beispiel

Berechne 4x+1\mathsf{4x+1} für x=3\mathsf{x=3}. Welche Variable kommt vor?

Die Variable ist x.

Ihr eingesetzter Wert ist 3.

Der Zahlenfaktor 4 bleibt unverändert.

Multipliziere 4⋅3=12\mathsf{4\cdot3=12}.

Addiere 12+1=13\mathsf{12+1=13}.

Ergebnis

Variable x, eingesetzter Wert 3, Termwert 13.

So geht es am Beispiel

Finde die gesuchte reelle Zahl in x+5=12\mathsf{x+5=12}.

Ziehe 5 ab: 12−5=7\mathsf{12-5=7}.

Die Probe ist 7+5=12\mathsf{7+5=12}.

Ergebnis

Die Unbekannte x hat hier den Wert 7.

Erklärung 02

Nicht jeder Wert ist immer erlaubt

Der Definitionsbereich beschreibt die zulässigen Werte. Zählt n die Anzahl ganzer Gegenstände, sind nur nichtnegative ganze Zahlen sinnvoll. Bei einer positiven Länge sind negative Werte ausgeschlossen. In einem Bruchterm darf ein Nenner nicht null werden. Ohne sachliche Einschränkung verwenden wir in den folgenden Rechenbeispielen reelle Zahlen.

  1. Bestimme, was die Variable im Kontext bedeutet.

  2. Prüfe besondere Rechenbedingungen.

  3. Notiere den passenden Bereich.

Der zulässige Bereich folgt aus Rechenoperation und Sachzusammenhang.

Eine, zwei und drei geschlossene Zweierpackungen enthalten zwei, vier und sechs Stifte. Die Variable n zählt ganze Packungen einschließlich null.

So geht es am Beispiel

In einer Kiste liegen n verschlossene Zweierpackungen. Der Term 2n\mathsf{2n} zählt die Stücke. Welche Werte darf n annehmen?

n zählt ganze Packungen.

Auch null Packungen sind möglich.

Negative oder gebrochene Packungsanzahlen passen nicht zu dieser Zählung.

Ergebnis

n∈{0,1,2,3,…}\mathsf{n\in\{0,1,2,3,\ldots\}}

So geht es am Beispiel

Welche reellen Werte sind in 6x−2\mathsf{\frac6{x-2}} verboten?

Der Nenner wird null bei x−2=0\mathsf{x-2=0}.

Daraus folgt x=2\mathsf{x=2}.

Alle anderen reellen Werte ergeben einen Nenner ungleich null.

Ergebnis

D=R∖{2}\mathsf{D=\mathbb R\setminus\{2\}}

Erklärung 03

Gleichartige Summanden addieren und subtrahieren

Gleichartige Summanden besitzen denselben Variablenteil mit denselben Exponenten. Addiere oder subtrahiere ihre Zahlenfaktoren. Der Variablenteil bleibt erhalten. Verschiedene Variablen oder unterschiedliche Potenzen dürfen nicht auf diese Weise zusammengefasst werden.

  1. Vergleiche Variablen und Exponenten.

  2. Verrechne nur die Zahlenfaktoren gleichartiger Summanden.

  3. Lasse andere Summanden unverändert.

3x+2x=5x\mathsf{3x+2x=5x}, aber 3x+2y\mathsf{3x+2y} bleibt ohne weitere Angaben eine Summe.

So geht es am Beispiel

Vereinfache 6a+2a\mathsf{6a+2a}.

Beide Summanden haben den Variablenteil a.

Addiere die Faktoren: 6+2=8\mathsf{6+2=8}.

Ergebnis

8a\mathsf{8a}

So geht es am Beispiel

Vereinfache 9b−4b+2\mathsf{9b-4b+2}.

Die beiden b-Terme sind gleichartig.

Subtrahiere ihre Faktoren: 9−4=5\mathsf{9-4=5}.

Die Zahl 2 bleibt als eigener Summand stehen.

Ergebnis

5b+2\mathsf{5b+2}

Erklärung 04

Multiplizieren und mehrere Variablen

Bei Produkten werden Zahlenfaktoren miteinander multipliziert. Zwei gleiche Variablenfaktoren ergeben ein Quadrat. Das ist etwas anderes als das Addieren zweier gleicher Summanden. Bei mehreren Variablen setzt du für jeden Buchstaben den jeweils zugeordneten Wert ein; verschiedene Buchstaben dürfen auch denselben Zahlenwert erhalten.

  1. Unterscheide Plus und Mal.

  2. Führe eingesetzte negative Werte in Klammern.

  3. Nutze für jede Variable ihre eigene Zuordnung.

x+x=2x\mathsf{x+x=2x}, aber x⋅x=x2\mathsf{x\cdot x=x^2}.

Gleiche Buchstaben: das Rechenzeichen entscheidet. x + x = 2x. Zwei gleichartige Summanden werden addiert.. x · x = x². Zwei gleiche Faktoren werden multipliziert.. Bei x = 3: 3 + 3 = 6, aber 3 · 3 = 9.

So geht es am Beispiel

Vereinfache 2x⋅3x\mathsf{2x\cdot3x}.

Die Zahlenfaktoren ergeben 2⋅3=6\mathsf{2\cdot3=6}.

Die Variablenfaktoren ergeben x⋅x=x2\mathsf{x\cdot x=x^2}.

Ergebnis

6x2\mathsf{6x^2}

So geht es am Beispiel

Berechne 3p+2q\mathsf{3p+2q} für p=−2\mathsf{p=-2} und q=5\mathsf{q=5}.

Setze ein: 3⋅(−2)+2⋅5\mathsf{3\cdot(-2)+2\cdot5}.

Erstes Produkt: 3⋅(−2)=−6\mathsf{3\cdot(-2)=-6}.

Zweites Produkt: 2⋅5=10\mathsf{2\cdot5=10}.

Addiere −6+10=4\mathsf{-6+10=4}.

Ergebnis

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Erklärung 05

Formeln und Funktionsargumente

In einer Formel stehen Variablen für benannte Größen. Einheiten und sachliche Grenzen gehören dazu. Bei einer Funktion ist x ein Eingangswert, dem ein Ergebnis zugeordnet wird. Für die Regel f(x)=2x+1\mathsf{f(x)=2x+1} mit reellem Definitionsbereich darfst du jede reelle Zahl einsetzen. Das ist eine Festlegung für diese Funktion, keine Eigenschaft jeder Variable. Lineare Funktionen einfach erklärt vertieft diesen Zusammenhang.

  1. Benenne jede Größe und ihre Einheit.

  2. Beachte den festgelegten Definitionsbereich.

  3. Unterscheide Eingangswert und Ergebnis.

Die Rolle einer Variable hängt vom verwendeten Modell ab.

Rechteck im Verhältnis sechs zu vier mit Länge sechs Zentimeter und Breite vier Zentimeter. Die Fläche beträgt vierundzwanzig Quadratzentimeter.
Tabelle zur Regel f von x gleich zwei x plus eins mit reellem Definitionsbereich. Die Eingänge null, eins und zwei liefern die Ergebnisse eins, drei und fünf.

So geht es am Beispiel

Ein Rechteck hat A=l⋅b\mathsf{A=l\cdot b}. Berechne die Fläche für l=6 cm\mathsf{l=6\,\mathsf{cm}} und b=4 cm\mathsf{b=4\,\mathsf{cm}}.

l bezeichnet die Länge und b die Breite.

Multipliziere die Zahlen: 6⋅4=24\mathsf{6\cdot4=24}.

Das Produkt zweier Längeneinheiten ist eine Flächeneinheit.

Ergebnis

24 cm2\mathsf{24\,\mathsf{cm}^2}

So geht es am Beispiel

Berechne f(3)\mathsf{f(3)} für f(x)=2x+1\mathsf{f(x)=2x+1}.

Der Eingangswert ist 3.

Setze ein: 2⋅3+1\mathsf{2\cdot3+1}.

Multipliziere 2⋅3=6\mathsf{2\cdot3=6}.

Addiere 6+1=7\mathsf{6+1=7}.

Ergebnis

f(3)=7\mathsf{f(3)=7}

Jetzt bist du dran

Aufgaben & Lösungen

Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.

  1. Aufgabe 1Was ist eine Variable? · 1Im Term 3n+2\mathsf{3n+2} wird n=4\mathsf{n=4} eingesetzt. Benenne die Variable, den eingesetzten Wert und den Termwert.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Das Variablenzeichen ist n.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Der eingesetzte Wert ist 4.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Multipliziere 3⋅4=12\mathsf{3\cdot4=12}.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Addiere 12+2=14\mathsf{12+2=14}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Variablen
    2. Eingesetzter Wert4
    3. Termwert14
  2. Aufgabe 2Was ist eine Variable? · 1Finde die reelle Zahl x in x+7=15\mathsf{x+7=15} und notiere die Probe.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Ziehe 7 ab: 15−7=8\mathsf{15-7=8}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Prüfe 8+7=15\mathsf{8+7=15}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Gesuchter Wert von x8
    2. Probe8+7=15\mathsf{8+7=15}
  3. Aufgabe 3Was ist eine Variable? · 1n zählt verschlossene Packungen mit je drei Stiften. Ist n=1,5\mathsf{n=1{,}5} in diesem Modell erlaubt? Begründe. Gib die Anzahl der Stifte für n=4\mathsf{n=4} an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      n zählt ganze Packungen, daher ist 1,5 hier nicht erlaubt.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Vier Packungen enthalten 3⋅4=12\mathsf{3\cdot4=12} Stifte.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Ist 1,5 als Packungsanzahl erlaubt?Nein
    2. BegründungGezählt werden ganze verschlossene Packungen, keine Packungsteile.
    3. Stifte bei vier Packungen12
  4. Aufgabe 4Was ist eine Variable? · 2Vereinfache 5x+2x\mathsf{5x+2x}. Ist 5x+2y\mathsf{5x+2y} ohne weitere Angaben ebenso zu 7x\mathsf{7x} zusammenfassbar? Begründe die zweite Antwort.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Gleichartige x-Terme ergeben 5x+2x=7x\mathsf{5x+2x=7x}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      x und y sind verschiedene Variablen und können verschiedene Werte haben.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Vereinfachter erster Term7x\mathsf{7x}
    2. Zweiter Term zu sieben x zusammenfassbar?Nein
    3. BegründungDie Summanden haben verschiedene Variablenteile. Ohne Beziehung zwischen x und y ist das nicht erlaubt.
  5. Aufgabe 5Was ist eine Variable? · 2Vereinfache 9a−4a+6\mathsf{9a-4a+6}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Die a-Terme ergeben 9a−4a=5a\mathsf{9a-4a=5a}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die Zahl 6 bleibt stehen.

    Ergebnis

    1. Vereinfachter Term5a+6\mathsf{5a+6}
  6. Aufgabe 6Was ist eine Variable? · 2Vereinfache 3b⋅2b\mathsf{3b\cdot2b}. Berechne den Wert für b=2\mathsf{b=2}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Die Zahlenfaktoren ergeben 3⋅2=6\mathsf{3\cdot2=6}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die Variablenfaktoren ergeben b⋅b=b2\mathsf{b\cdot b=b^2}.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Der vereinfachte Term ist 6b2\mathsf{6b^2}.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Für zwei ist 22=4\mathsf{2^2=4}.

    5. Schritt 5 · Erklärung

      Multipliziere 6⋅4=24\mathsf{6\cdot4=24}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Vereinfachter Term6b2\mathsf{6b^2}
    2. Wert bei b gleich zwei24
  7. Aufgabe 7Was ist eine Variable? · 2Berechne 2p+q\mathsf{2p+q} für p=−3\mathsf{p=-3} und q=5\mathsf{q=5}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Setze ein: 2⋅(−3)+5\mathsf{2\cdot(-3)+5}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Multipliziere 2⋅(−3)=−6\mathsf{2\cdot(-3)=-6}.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Addiere −6+5=−1\mathsf{-6+5=-1}.

    Ergebnis

    1. Termwert−1
  8. Aufgabe 8Was ist eine Variable? · 2Für ein Rechteck gilt U=2l+2b\mathsf{U=2l+2b}. Berechne den Umfang für l=5 cm\mathsf{l=5\,\mathsf{cm}} und b=3 cm\mathsf{b=3\,\mathsf{cm}} mit Einheit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Die langen Seiten ergeben 2⋅5=10\mathsf{2\cdot5=10} Zentimeter.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Die kurzen Seiten ergeben 2⋅3=6\mathsf{2\cdot3=6} Zentimeter.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Addiere 10+6=16\mathsf{10+6=16} Zentimeter.

    Ergebnis

    1. Umfang16 cm
  9. Aufgabe 9Was ist eine Variable? · 3Berechne 10x−1\mathsf{\frac{10}{x-1}} für x=6\mathsf{x=6}. Ist x=1\mathsf{x=1} erlaubt? Begründe und gib die reelle Definitionsmenge an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Bei sechs ist der Nenner 6−1=5\mathsf{6-1=5}.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Der Wert ist 10:5=2\mathsf{10:5=2}.

    3. Schritt 3 · Erklärung

      Bei eins wird der Nenner 1−1=0\mathsf{1-1=0}.

    4. Schritt 4 · Erklärung

      Division durch null ist nicht definiert.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. Wert bei x gleich sechs2
    2. Ist x gleich eins erlaubt?Nein
    3. BegründungDer Nenner wird bei eins null.
    4. DefinitionsmengeD=R∖{1}\mathsf{D=\mathbb R\setminus\{1\}}

Selbstcheck

Das kann ich jetzt

  • Ich unterscheide Variable, eingesetzten Wert und Termwert.
  • Ich setze denselben Wert an jeder Stelle derselben Variable ein.
  • Ich beachte den sachlichen und rechnerischen Definitionsbereich.
  • Ich unterscheide gleichartige Summanden von Produkten.

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