Erklärung 01
Ein Versuch, zwei Werte
Erfolg bedeutet das vorher festgelegte Ereignis; es muss nichts Positives sein. Für Erfolg erhält X den Wert 1, sonst 0. Der Parameter p ist die Erfolgswahrscheinlichkeit und liegt zwischen 0 und 1. Auch die Grenzfälle 0 und 1 sind möglich.
Definiere den Erfolg vor dem Versuch.
Ordne Erfolg den Wert 1, Misserfolg den Wert 0 zu.
Lege p begründet fest.
So geht es am Beispiel
Eine faire Spielkarte wird aus den Zahlen 1 bis 8 gezogen. Erfolg bedeutet „Zahl größer als 5“. Bestimme die Verteilung des Erfolgsindikators.
Erfolg tritt bei 6,7,8 ein: drei von acht Karten.
Erklärung 02
Masse und Verteilungsfunktion
Die diskrete Wahrscheinlichkeitsfunktion ordnet 0 und 1 ihre Chancen zu. Sie wird gelegentlich diskrete Dichte genannt; ihre Werte sind Einzelwahrscheinlichkeiten, keine Flächenhöhen einer stetigen Dichte. Die Verteilungsfunktion summiert alle Werte bis einschließlich x.
Unter 0 liegt die Summe bei 0.
Ab 0 bis unter 1 ist nur der Misserfolg erfasst.
Ab 1 sind beide möglichen Werte erfasst.
So geht es am Beispiel
Ein Erfolgsindikator hat . Bestimme , und .
Erklärung 03
Mittelwert und Streuung
Der Erwartungswert des Erfolgsindikators ist p. Er ist ein langfristiger mittlerer Indikatorwert, kein zusätzlich mögliches Versuchsergebnis. Weil das Quadrat von 0 und 1 jeweils unverändert bleibt, ist auch der zweite Moment gleich p. Die Varianz ist das Produkt aus p und der Gegenwahrscheinlichkeit.
Gewichte die Werte 0 und 1 mit ihren Chancen.
Berechne die Varianz und danach die positive Wurzel.
So geht es am Beispiel
Ein Bernoulli-Modell hat . Berechne Erwartungswert und Varianz.
Erklärung 04
Mehrere Versuche sind ein anderes Modell
Die Anzahl der Erfolge in mehreren unabhängigen gleichartigen Versuchen führt zur Binomialverteilung. Beim Ziehen ohne Zurücklegen aus einem endlichen Bestand verändern sich die Chancen; dafür behandelt das Anschlussthema Hypergeometrische Verteilung die Trefferzahl. Ein einzelner Ziehungsindikator bleibt ein Bernoulli-Indikator.
Prüfe, ob X einen einzelnen Erfolg markiert oder mehrere Erfolge zählt.
Prüfe bei mehreren Ziehungen, ob zurückgelegt wird.
Ein Bernoulli-Indikator hat nur die Werte 0 und 1.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Bernoulliverteilung · EinstiegEin fairer Würfel wird einmal geworfen. Erfolg bedeutet „durch 3 teilbar“. Gib p und die Wahrscheinlichkeit für an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Erfolg tritt bei 3 oder 6 ein.
Ergebnisse & Teilantworten
- Erfolgswahrscheinlichkeit
- Misserfolgswahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Bernoulliverteilung · EinstiegEin Bauteil ist mit Wahrscheinlichkeit 0,06 fehlerhaft. X ist 1 bei einem Fehler, sonst 0. Y ist 1 bei einem fehlerfreien Teil, sonst 0. Bestimme die Parameter beider Indikatoren.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Der Erfolg ist jeweils durch die Definition festgelegt.
Ergebnisse & Teilantworten
- Parameter von X
- Parameter von Y
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Bernoulliverteilung · AnwendenZeichne die Wahrscheinlichkeitsfunktion für in die Vorlage. Beschrifte beide Säulen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Wahrscheinlichkeitsfunktion
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Bei 1 liegt die Höhe 0,25; bei 0 die Gegenwahrscheinlichkeit 0,75.
Ergebnis
- Wahrscheinlichkeitsfunktion
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Bernoulliverteilung · AnwendenEin Bernoulli-Modell hat . Bestimme , und .Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Bis unter 1 kommt kein neuer Wert hinzu.
Ergebnisse & Teilantworten
- F(0)
- F(0,9)
- F(1)
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 5Bernoulliverteilung · TransferBerechne Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung eines Bernoulli-Indikators mit .Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnisse & Teilantworten
- Erwartungswert
- Varianz
- Standardabweichung
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 6Bernoulliverteilung · TransferEine faire Münze wird dreimal unabhängig geworfen. X zählt die Köpfe, Y ist 1 bei mindestens einem Kopf und sonst 0. Welche Variable ist Bernoulli-verteilt? Bestimme ihren Parameter.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
X kann 0,1,2,3 annehmen und ist kein einzelner Bernoulli-Indikator.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Y markiert genau ein Ereignis mit 0 oder 1. Das Gegenereignis sind drei Zahlen.
Ergebnisse & Teilantworten
- Variable mit Bernoulliverteilung
- Parameter
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich lege fest, was Erfolg bedeutet.
- Ich unterscheide einen Indikator von einer Anzahl mehrerer Erfolge.
- Ich berechne Einzelchancen, kumulierte Chancen und Kennwerte.
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