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Gleichungen lösen · Erklären & üben

Gleichungen lösen

Die Form der Gleichung entscheidet über deinen Rechenweg. Hier vergleichst du Verfahren für einfache Gleichungen, Klammern, Brüche und Potenzen. Grundmenge ist jeweils die Menge der reellen Zahlen.

Erklärung 01

Die Grundidee

Notiere zuerst, welche Werte erlaubt sind. Forme dann so um, dass die gesuchte Variable allein steht. Eine Probe in der Ausgangsgleichung schützt vor Rechenfehlern und zusätzlichen Scheinlösungen.

Erst die Struktur erkennen. Klammer → ausmultiplizieren. Nenner → erlaubte Werte prüfen. Potenz → Vorzeichen und Probe beachten

So geht es am Beispiel

Löse x+11=18\mathsf{x+11=18}.

Subtrahiere auf beiden Seiten 11.

x=7\mathsf{x=7}

Probe: 7+11=18\mathsf{7+11=18}.

Ergebnis

L={7}\mathsf{L=\{7\}}

So geht es am Beispiel

Löse 4x=36\mathsf{4x=36}.

Teile beide Seiten durch 4.

x=9\mathsf{x=9}

Probe: 4⋅9=36\mathsf{4\cdot9=36}.

Ergebnis

L={9}\mathsf{L=\{9\}}

Erklärung 02

Lineare Terme sammeln

Steht x auf beiden Seiten, fasse zunächst alle x-Terme auf einer Seite zusammen. Entferne dann die übrigen Summanden.

So geht es am Beispiel

Löse 7x−4=3x+16\mathsf{7x-4=3x+16}.

Subtrahiere 3x.

4x−4=16\mathsf{4x-4=16}

Addiere 4.

4x=20\mathsf{4x=20}

Teile durch 4.

x=5\mathsf{x=5}

Probe: Beide Seiten ergeben 31.

Ergebnis

L={5}\mathsf{L=\{5\}}

Erklärung 03

Klammern auflösen

Ein Faktor vor einer Klammer multipliziert jeden Summanden. Ein Minus vor der Klammer kehrt die Vorzeichen jedes Summanden um.

So geht es am Beispiel

Löse 3(x+2)−2=16\mathsf{3(x+2)-2=16}.

Multipliziere die Klammer aus.

3x+6−2=16\mathsf{3x+6-2=16}

Fasse zusammen.

3x+4=16\mathsf{3x+4=16}

Subtrahiere 4.

3x=12\mathsf{3x=12}

Teile durch 3.

x=4\mathsf{x=4}

Probe: 3(4+2)−2=16\mathsf{3(4+2)-2=16}.

Ergebnis

L={4}\mathsf{L=\{4\}}

Erklärung 04

Brüche und ausgeschlossene Werte

Ein Nenner darf niemals 0 sein. Bei festen Nennern kannst du mit einem gemeinsamen Vielfachen multiplizieren. Bei einem variablen Nenner notierst du zuerst die ausgeschlossenen Werte.

So geht es am Beispiel

Löse x3+2=7\mathsf{\frac{x}{3}+2=7}.

Subtrahiere 2.

x3=5\mathsf{\frac{x}{3}=5}

Multipliziere beide Seiten mit 3.

x=15\mathsf{x=15}

Probe: 15:3+2=7\mathsf{15:3+2=7}.

Ergebnis

L={15}\mathsf{L=\{15\}}

So geht es am Beispiel

Löse 12x=3\mathsf{\frac{12}{x}=3}.

Der Nenner verbietet x=0\mathsf{x=0}.

Für zulässiges x multipliziere beide Seiten mit x.

12=3x\mathsf{12=3x}

Teile durch 3.

x=4\mathsf{x=4}

4 ist zulässig. Probe: 12:4=3\mathsf{12:4=3}.

Ergebnis

L={4}\mathsf{L=\{4\}}

Erklärung 05

Potenzen: gerade oder ungerade?

Bei einem Quadrat liefern positive und negative Zahlen denselben Wert. Beim Wurzelziehen musst du deshalb beide Vorzeichen berücksichtigen. Eine gerade Potenz kann bei reellen Zahlen nicht negativ sein.

Eine ungerade Potenz behält das Vorzeichen. Zum Beispiel hat x3=27\mathsf{x^3=27} genau eine reelle Lösung. Bei höheren Potenzen entscheidet außerdem, ob weitere x-Terme vorkommen. Nicht jede Potenzgleichung lässt sich mit einem einzigen Wurzelzug lösen.

So geht es am Beispiel

Löse x2=49\mathsf{x^2=49}.

Die positive Quadratwurzel ist 7.

Auch das Quadrat von −7 ist 49.

x=7oderx=−7\mathsf{x=7\quad\textsf{oder}\quad x=-7}

Probe: 72=49\mathsf{7^2=49} und (−7)2=49\mathsf{(-7)^2=49}.

Ergebnis

L={−7,7}\mathsf{L=\{-7,7\}}

So geht es am Beispiel

Löse x3=−64\mathsf{x^3=-64} und x4=16\mathsf{x^4=16}.

Bei der dritten Potenz bleibt das Vorzeichen erhalten.

(−4)3=−64\mathsf{(-4)^3=-64}

Bei der vierten Potenz liefern beide Vorzeichen denselben Wert.

24=16\mathsf{2^4=16}
(−2)4=16\mathsf{(-2)^4=16}

Ergebnis

Erste Gleichung: L={−4}\mathsf{L=\{-4\}}. Zweite Gleichung: L={−2,2}\mathsf{L=\{-2,2\}}.

Erklärung 06

Den Rechenweg bewusst wählen

Prüfe die Struktur: Klammer, Nenner oder Potenz? Arbeite schrittweise und halte die Definitionsmenge fest. Die Probe gehört in die ursprüngliche Gleichung, nicht nur in eine umgeformte Zeile.

Ungleichungen verwenden Vergleichszeichen. Beim Multiplizieren oder Dividieren mit einer negativen Zahl kehrt sich dort die Richtung um. Das wird im Thema „Ungleichungen lösen“ behandelt.

Jetzt bist du dran

Aufgaben & Lösungen

Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.

  1. Aufgabe 1Gleichungen lösen · EinstiegLöse x−14=9\mathsf{x-14=9}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Addiere 14.

      x=23\mathsf{x=23}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: 23−14=9\mathsf{23-14=9}.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={23}\mathsf{L=\{23\}}
  2. Aufgabe 2Gleichungen lösen · EinstiegLöse 9x+2=5x+26\mathsf{9x+2=5x+26}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Subtrahiere 5x.

      4x+2=26\mathsf{4x+2=26}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Subtrahiere 2.

      4x=24\mathsf{4x=24}
    3. Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg

      Teile durch 4.

      x=6\mathsf{x=6}
    4. Schritt 4 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: Beide Seiten ergeben 56.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={6}\mathsf{L=\{6\}}
  3. Aufgabe 3Gleichungen lösen · EinstiegLöse 2(x−3)+5=17\mathsf{2(x-3)+5=17}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Multipliziere aus.

      2x−6+5=17\mathsf{2x-6+5=17}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Fasse zusammen.

      2x−1=17\mathsf{2x-1=17}
    3. Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg

      Addiere 1.

      2x=18\mathsf{2x=18}
    4. Schritt 4 · Rechnung / Rechenweg

      Teile durch 2.

      x=9\mathsf{x=9}
    5. Schritt 5 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: 2(9−3)+5=17\mathsf{2(9-3)+5=17}.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={9}\mathsf{L=\{9\}}
  4. Aufgabe 4Gleichungen lösen · StandardLöse 10−(x+2)=3\mathsf{10-(x+2)=3}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Löse die Minusklammer auf.

      10−x−2=3\mathsf{10-x-2=3}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Fasse zusammen.

      8−x=3\mathsf{8-x=3}
    3. Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg

      Subtrahiere 8.

      −x=−5\mathsf{-x=-5}
    4. Schritt 4 · Rechnung / Rechenweg

      Multipliziere mit −1.

      x=5\mathsf{x=5}
    5. Schritt 5 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: 10−(5+2)=3\mathsf{10-(5+2)=3}.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={5}\mathsf{L=\{5\}}
  5. Aufgabe 5Gleichungen lösen · StandardLöse x4+x2=9\mathsf{\frac{x}{4}+\frac{x}{2}=9}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Multipliziere beide Seiten mit 4.

      x+2x=36\mathsf{x+2x=36}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Fasse zusammen.

      3x=36\mathsf{3x=36}
    3. Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg

      Teile durch 3.

      x=12\mathsf{x=12}
    4. Schritt 4 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: 12:4+12:2=9\mathsf{12:4+12:2=9}.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={12}\mathsf{L=\{12\}}
  6. Aufgabe 6Gleichungen lösen · StandardLöse 15x−1=5\mathsf{\frac{15}{x-1}=5}. a) Notiere den ausgeschlossenen Wert. b) Bestimme die Lösungsmenge.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Der Nenner darf nicht 0 sein: x≠1\mathsf{x\ne1}.

    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Multipliziere für zulässiges x mit x−1.

      15=5(x−1)\mathsf{15=5(x-1)}
    3. Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg

      Teile durch 5.

      3=x−1\mathsf{3=x-1}
    4. Schritt 4 · Rechnung / Rechenweg

      Addiere 1.

      x=4\mathsf{x=4}
    5. Schritt 5 · Rechnung / Rechenweg

      Probe: 15:(4−1)=5\mathsf{15:(4-1)=5}.

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. a) Ausgeschlossener Wert mit Begründung1 ist ausgeschlossen, weil für x=1\mathsf{x=1} der Nenner 0 wäre.
    2. b) Rechenweg und LösungsmengeL={4}\mathsf{L=\{4\}}
  7. Aufgabe 7Gleichungen lösen · StandardLöse x2=81\mathsf{x^2=81} über den reellen Zahlen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Die positive Quadratwurzel ist 9.

    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Berücksichtige auch das negative Vorzeichen.

      92=81\mathsf{9^2=81}
      (−9)2=81\mathsf{(-9)^2=81}

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortL={−9,9}\mathsf{L=\{-9,9\}}
  8. Aufgabe 8Gleichungen lösen · TransferLöse x2=−4\mathsf{x^2=-4} über den reellen Zahlen und begründe.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Das Quadrat jeder reellen Zahl ist mindestens 0.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Es kann daher nicht −4 ergeben.

    Ergebnis

    1. Begründung und AntwortL=∅\mathsf{L=\varnothing}
  9. Aufgabe 9Gleichungen lösen · TransferLöse getrennt: a) x3=−125\mathsf{x^3=-125}, b) x4=81\mathsf{x^4=81}.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg

      Die dritte Potenz behält das Vorzeichen.

      (−5)3=−125\mathsf{(-5)^3=-125}
    2. Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg

      Bei der vierten Potenz sind beide Vorzeichen möglich.

      34=81\mathsf{3^4=81}
      (−3)4=81\mathsf{(-3)^4=81}

    Ergebnisse & Teilantworten

    1. a) Rechenweg und LösungsmengeL={−5}\mathsf{L=\{-5\}}
    2. b) Rechenweg und LösungsmengeL={−3,3}\mathsf{L=\{-3,3\}}
  10. Aufgabe 10Gleichungen lösen · TransferAus x=−3\mathsf{\sqrt{x}=-3} wird durch Quadrieren x=9\mathsf{x=9}. Ist 9 eine Lösung der Ausgangsgleichung? Begründe.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
    Lösung & Rechenweg

    Rechenweg

    1. Schritt 1 · Erklärung

      Die Quadratwurzel liefert immer den nichtnegativen Wert.

    2. Schritt 2 · Erklärung

      Setze 9 in die Ausgangsgleichung ein.

      9=3\mathsf{\sqrt{9}=3}
    3. Schritt 3 · Erklärung

      3 ist nicht −3. Durch das Quadrieren entstand eine Scheinlösung.

    Ergebnis

    1. Rechenweg und AntwortNein. Die Ausgangsgleichung hat keine reelle Lösung.

Selbstcheck

Das kann ich jetzt

  • Ich kann einen Lösungsweg begründen.
  • Ich kann Ergebnisse in der Ausgangsgleichung prüfen.
  • Ich beachte ausgeschlossene Werte und mehrere mögliche Lösungen.

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