Erklärung 01
Zwei Parameter, eine klare Schreibweise
Hier bedeutet : Der zweite Parameter ist die Varianz. Die Standardabweichung ist . Andere Darstellungen verwenden an zweiter Stelle die Standardabweichung; lies deshalb immer die Definition. Eine ungefähr glockenförmige Stichprobe ist ein Hinweis, aber kein Beweis für ein Normalmodell. Das Modell reicht über alle reellen Zahlen; bei Größen mit festen Grenzen kann es nur eine geeignete Näherung sein.
Lies Erwartungswert und Varianz ab.
Ziehe die Wurzel der Varianz, bevor du standardisierst.
Erklärung 02
Die Glocke und ihre Flächen
Die Dichte ist symmetrisch um den Erwartungswert. Größere Standardabweichung bedeutet eine breitere, niedrigere Glocke; die Gesamtfläche bleibt 1. Die Dichtehöhe ist keine Punktwahrscheinlichkeit. Für stetige Modelle gilt . Die Formel beschreibt die Kurve; zum Berechnen von Flächen verwenden wir die Verteilungsfunktion.
Ordne die Mitte und die Streuung zu.
Lies Wahrscheinlichkeiten als Flächen unter der Kurve.
Erklärung 03
Auf die Standardnormalverteilung zurückführen
Die Größe ist standardnormalverteilt. Die Tabelle liefert , also die linke Fläche. Für rechte Randbereiche nimmst du das Gegenereignis; für Intervalle die Differenz. Negative Werte erhältst du durch Symmetrie. Die spezielle Arbeit mit Tabellen und Quantilen vertieft das Thema Standardnormalverteilung.
Standardisiere die Grenze mit der Standardabweichung.
Verwende die linke Fläche, deren Ergänzung oder eine Differenz.
So geht es am Beispiel
Eine Masse X in Gramm sei -verteilt. Berechne .
So geht es am Beispiel
Berechne im selben Modell .
Erklärung 04
Begrenzter Anschluss: Binomialwerte annähern
Für setzt die Binomialverteilung unabhängige Versuche mit gleichbleibender Trefferwahrscheinlichkeit voraus. Bei ausreichend großer Streuung und ohne extreme Schiefe kann ein Normalmodell mit Erwartungswert und Varianz annähern. Als übliche Orientierung dient ; das ist keine exakte Fehlergarantie. Weil K ganzzahlig ist, verschieben wir inklusive Grenzen um eine halbe Einheit. Diese Stetigkeitskorrektur ersetzt keinen Grenzwertbeweis. Bei kleinen oder extremen Parametern und kritischen Randwahrscheinlichkeiten rechne binomial oder mit geeigneter Software exakt.
Prüfe das Binomialmodell und die Streuung.
Ersetze eine inklusive untere Grenze durch minus 0,5 und eine inklusive obere durch plus 0,5.
Standardisiere erst die korrigierten Grenzen; kennzeichne das Ergebnis als Näherung.
So geht es am Beispiel
Bei 100 unabhängigen Versuchen sei die Trefferwahrscheinlichkeit jeweils 0,5. Nähere an.
So geht es am Beispiel
Nähere im selben Binomialmodell an.
Beide Grenzen sind inklusive; der passende stetige Bereich reicht von 44,5 bis 55,5.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Normalverteilung · EinstiegEine Masse in Gramm folgt im Modell . Gib Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung mit passenden Einheiten an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnisse & Teilantworten
- Erwartungswert
- Varianz
- Standardabweichung
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Normalverteilung · EinstiegFür : Berechne mit der Tabelle.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnisse & Teilantworten
- Standardisierte Grenze
- Wahrscheinlichkeit ungefähr
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Normalverteilung · StandardBerechne im selben Modell .Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnis
- Intervallwahrscheinlichkeit ungefähr
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 4Normalverteilung · StandardBerechne für die Wahrscheinlichkeit für mehr als 130 g.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnis
- Rechter Rand ungefähr
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 5Normalverteilung · TransferSkizziere in die Achsen die Dichte von . Markiere die Mitte und schraffiere den Bereich von 85 bis 115 g. Die maximale Höhe beträgt ungefähr 0,0266 pro Gramm.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Glocke und Schraffur
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Glocke ist symmetrisch um 100 g, ihr Maximum liegt dort. Die Grenzen 85 und 115 liegen jeweils eine Standardabweichung von der Mitte entfernt.
Ergebnis
- Glocke und Schraffur
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 6Normalverteilung · TransferFür : Prüfe die Streuungsorientierung und nähere mit Stetigkeitskorrektur an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Ergebnisse & Teilantworten
- Korrigierte obere Grenze
- Standardisierte Grenze
- Näherungswahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 7Normalverteilung · TransferEin Normalmodell soll Körpermassen beschreiben. Erkläre eine Modellgrenze und bestimme im stetigen Modell die Wahrscheinlichkeit für genau 100 g.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Eine Normalverteilung erlaubt auch negative Werte. Für Körpermassen ist das unrealistisch; ein Einsatz verlangt, dass dieser Modellanteil im betrachteten Kontext vernachlässigbar ist.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Eine gerundete Messanzeige 100 g kann dagegen ein kleines Intervall repräsentieren und positive Wahrscheinlichkeit haben.
Ergebnisse & Teilantworten
- Modellgrenze
- Punktwahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich benenne Modell, Parameter und Einheiten.
- Ich bestimme Wahrscheinlichkeiten als Flächen oder CDF-Differenzen.
- Ich unterscheide Dichtehöhe, Punktwahrscheinlichkeit und Intervallwahrscheinlichkeit.
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