Erklärung 01
Von der Planung zu Variablen
Eine Werkstatt stellt zwei ganze Bastelsets A und B her. Ein Set A benötigt 2 Materialeinheiten und 1 Arbeitszeiteinheit, ein Set B 1 Materialeinheit und 2 Arbeitszeiteinheiten. Es stehen jeweils 12 Einheiten bereit. x bezeichnet die Stückzahl A, y die Stückzahl B. Die Variablen sind nichtnegative ganze Zahlen. Für eine grafische Vorbetrachtung lassen wir vorübergehend auch nichtnegative reelle Werte zu. Wir nehmen feste Verbräuche, keine Ausschussmengen und vollständigen Absatz an.
Benenne die steuerbaren Mengen.
Lege Einheit und Wertebereich fest.
Unterscheide gegebene Daten von Entscheidungen.
x und y sind Stückzahlen; Ressourcen haben eigene Einheiten.
So geht es am Beispiel
Formuliere die Variablen und ihre sachlichen Bedingungen.
x ist die Zahl der Sets A; y ist die Zahl der Sets B.
Nichtnegativität: und
Da nur ganze Sets hergestellt werden, müssen beide Zahlen ganzzahlig sein.
Erklärung 02
Ressourcen als Nebenbedingungen
Jede Nebenbedingung begrenzt den Verbrauch einer Ressource. Der Verbrauch pro Stück wird mit der Stückzahl multipliziert; die Verbräuche beider Produkte werden addiert. „Höchstens“ ergibt eine kleiner-gleich-Bedingung. Material- und Zeitverbrauch werden nicht miteinander addiert, weil sie verschiedene Ressourcen darstellen.
Berechne den Verbrauch je Produkt und Ressource.
Addiere innerhalb derselben Ressource.
Vergleiche mit dem verfügbaren Vorrat.
und
So geht es am Beispiel
Leite die Materialbedingung aus den Verbrauchswerten ab.
A verbraucht Materialeinheiten.
B verbraucht Materialeinheiten.
Der Gesamtverbrauch darf den Vorrat nicht überschreiten:
So geht es am Beispiel
Leite die Zeitbedingung ab.
A benötigt Arbeitszeiteinheiten.
B benötigt Arbeitszeiteinheiten.
Daher gilt
Erklärung 03
Ein messbares Ziel
Ein Set A liefert im Modell einen Beitrag von 3 €, ein Set B von 2 €. Die Zielfunktion z zählt den gesamten Beitrag; er soll maximiert werden. Diese festen Beiträge sind Modellannahmen und keine aktuellen Preise. Weitere Kosten sind in der vereinfachten Fragestellung nicht enthalten. Operations Research ist der übergeordnete Kontext solcher systematischen Entscheidungsmodelle.
Lege fest, was verbessert werden soll.
Ordne jeder Variable ihren Beitrag zu.
Benenne Maximierung oder Minimierung.
\text{Maximiere }z=3x+2y
So geht es am Beispiel
Berechne den Beitrag des Plans x = 3, y = 4.
Beitrag A: Euro
Beitrag B: Euro
Gesamtbeitrag: Euro
Erklärung 04
Zulässigkeit und Modellgrenzen
Ein Plan ist zulässig, wenn er alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt. Ein hoher Zielwert allein reicht nicht. Lineare Optimierung verwendet lineare Zielfunktionen und lineare Bedingungen. Im begrenzten grafischen Zugang betrachten wir zwei reelle Variablen und einen beschränkten zulässigen Bereich; eine beste Ecke liefert dann ein Optimum. Bei Stückzahlen muss die Lösung zusätzlich ganzzahlig sein. Beliebiges Runden kann Bedingungen verletzen.
Prüfe beide Ressourcen und Nichtnegativität.
Prüfe bei ganzen Produkten die Ganzzahligkeit.
Vergleiche Zielwerte nur zulässiger Pläne.
Ein Optimum ist immer an die genannten Annahmen gebunden.
So geht es am Beispiel
Prüfe den Plan x = 5, y = 4.
Materialverbrauch:
Vergleich:
Zeitverbrauch:
Vergleich:
So geht es am Beispiel
Vergleiche die Eckpunkte des reellen Werkstattmodells.
Im Ursprung:
Bei (6;0):
Der Schnitt der beiden Ressourcenlinien ist (4;4).
Dort gilt
Bei (0;6):
Der größte Eckpunktwert ist 20. Die Stückzahlen 4 und 4 sind bereits ganzzahlig.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Optimierungsmodelle · BasisIm Werkstattmodell bezeichnet x die Sets A und y die Sets B. Welche Einheit haben x und y? Nenne zusätzlich die Nichtnegativitätsbedingungen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Beide Variablen zählen ganze Sets.
- Schritt 2 · Erklärung
Es gilt und
Ergebnisse & Teilantworten
- Einheit von x
- Einheit von y
- Bedingung für x
- Bedingung für y
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 2Optimierungsmodelle · BasisFormuliere die Materialbedingung: A braucht 2 Materialeinheiten, B eine; insgesamt sind 12 verfügbar.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Gesamtverbrauch:
- Schritt 2 · Erklärung
Höchstens 12:
Ergebnis
- Materialbedingung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 3Optimierungsmodelle · BasisFormuliere die Zeitbedingung: A braucht eine Zeiteinheit, B zwei; insgesamt sind 12 verfügbar.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Gesamtverbrauch:
- Schritt 2 · Erklärung
Höchstens 12:
Ergebnis
- Zeitbedingung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 4Optimierungsmodelle · ÜbungA liefert 3 € Beitrag und B 2 €. Gib Zielfunktion und Optimierungsrichtung an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Gesamtbeitrag:
- Schritt 2 · Erklärung
Der Beitrag soll möglichst groß werden.
Ergebnisse & Teilantworten
- Zielfunktion
- Richtung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Optimierungsmodelle · ÜbungBerechne Materialverbrauch und Zeitverbrauch des Plans x = 3, y = 4. Ist der Plan zulässig?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Material:
- Schritt 2 · Erklärung
Zeit:
- Schritt 3 · Erklärung
Beide Werte liegen höchstens bei 12; die Stückzahlen sind nichtnegativ und ganzzahlig.
Ergebnisse & Teilantworten
- Materialverbrauch
- Zeitverbrauch
- Zulässig?
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 6Optimierungsmodelle · ÜbungPrüfe x = 6, y = 1. Gib das Urteil und einen konkreten verletzten Vorrat an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Material:
- Schritt 2 · Erklärung
Damit gilt
Ergebnisse & Teilantworten
- Zulässig?
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 7Optimierungsmodelle · TransferBeim Plan x = 4, y = 4: Wie viel Material und Zeit bleiben übrig?Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Materialverbrauch:
- Schritt 2 · Erklärung
Materialrest:
- Schritt 3 · Erklärung
Zeitverbrauch:
- Schritt 4 · Erklärung
Zeitrest:
Ergebnisse & Teilantworten
- Materialrest
- Zeitrest
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 8Optimierungsmodelle · TransferEin reelles Vorabmodell liefert x = 2,5 Sets A. Ist das unmittelbar ein ausführbarer Stückplan? Begründe.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Herstellung ganzer Sets erlaubt keine halbe Stückzahl.
- Schritt 2 · Erklärung
Ein ganzzahliger Plan muss zusätzlich geprüft werden; bloßes Runden ist keine allgemeine Lösung.
Ergebnisse & Teilantworten
- Urteil
- Begründung
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 9Optimierungsmodelle · TransferVergleiche die zulässigen Pläne P = (5;2) und Q = (4;4) anhand von z = 3x + 2y. Gib beide Beiträge und den besseren Plan an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Beitrag P:
- Schritt 2 · Erklärung
Beitrag Q:
Ergebnisse & Teilantworten
- Beitrag P
- Beitrag Q
- Besserer Plan
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich definiere Variablen mit Einheit und Wertebereich.
- Ich übersetze jede Ressource in eine eigene Bedingung.
- Ich formuliere eine lineare Zielfunktion.
- Ich trenne zulässige, optimale und ganzzahlige Pläne.
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