Erklärung 01
Gruppen müssen eine Zerlegung bilden
Die Gruppen müssen sich gegenseitig ausschließen und zusammen alle Möglichkeiten abdecken. Für die hier verwendete bedingte Schreibweise haben sie positive Wahrscheinlichkeiten. Eine Gruppe mit Wahrscheinlichkeit null trägt nichts zur Summe bei und wird ohne bedingten Quotienten weggelassen.
Prüfe: Keine Überlappung und keine fehlende Gruppe.
Prüfe: Die Gruppenanteile ergeben zusammen eins.
So geht es am Beispiel
60 Prozent der Teile stammen von Maschine M, 40 Prozent von N. Der Fehleranteil beträgt bei M 2 Prozent, bei N 5 Prozent. Berechne den gesamten Fehleranteil.
Die beiden Maschinen bilden eine vollständige, disjunkte Herkunftsaufteilung.
Fehlerbeitrag von M:
Fehlerbeitrag von N:
Addiere beide disjunkten Wege.
Erklärung 02
Passende Pfade addieren
Der Zweigwert ist eine bedingte Wahrscheinlichkeit innerhalb seiner Gruppe. Erst das Produkt mit dem Gruppenanteil ist der Beitrag zur Gesamtwahrscheinlichkeit. Die beiden positiven Endpfade werden addiert.
Multipliziere entlang jedes passenden Pfads.
Addiere die Pfadprodukte; addiere nicht die ungewichteten Zweigwerte.
So geht es am Beispiel
In einer Gruppe sind 20 Prozent Fortgeschrittene (G), 80 Prozent Anfänger. Eine Aufgabe lösen 90 Prozent der Fortgeschrittenen und 40 Prozent der Anfänger. Bestimme die Gesamtchance für eine richtige Lösung E.
Beitrag der Fortgeschrittenen:
Beitrag der Anfänger:
Addiere die Beiträge.
Erklärung 03
Gesamtanteil und umgekehrte Frage
Die totale Wahrscheinlichkeit beantwortet die Frage nach E insgesamt. Die umgekehrte Frage lautet, aus welcher Gruppe ein beobachteter Treffer stammt. Dafür teilst du den Beitrag einer Gruppe durch die positive Gesamtwahrscheinlichkeit; das ist die Verbindung zu Bayes.
Berechne zuerst E insgesamt mit der totalen Wahrscheinlichkeit.
Wähle dann den gesuchten Gruppenbeitrag als Zähler.
So geht es am Beispiel
Nutze das Beispiel mit Fortgeschrittenen: Welcher Anteil der Personen mit richtiger Lösung gehört zu G?
Der Beitrag von G zu den richtigen Lösungen ist 0,18; insgesamt beträgt der Anteil 0,50.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · basisEine Gruppe wird in 30 Prozent G und 70 Prozent nicht G eingeteilt. Sind diese Anteile eine vollständige Aufteilung, wenn G und nicht G Gegenereignisse sind? Begründe.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
G und sein Gegenereignis sind disjunkt und decken alle Fälle ab.
Ergebnis
- Begründung
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · basis40 Prozent der Lieferungen kommen von X, 60 Prozent von Y. Pünktlich sind 90 Prozent der X-Lieferungen und 80 Prozent der Y-Lieferungen. Berechne die gesamte Pünktlichkeitswahrscheinlichkeit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
X-Beitrag:
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Y-Beitrag:
- Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg
Gesamt:
Ergebnis
- Gesamtwahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 3Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · sichernDrei disjunkte, vollständige Gruppen haben Anteile 0,2; 0,3; 0,5. Ihre Trefferwahrscheinlichkeiten sind 0,1; 0,4; 0,8. Berechne die gesamte Trefferwahrscheinlichkeit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Multipliziere jeden Gruppenanteil mit seinem Trefferanteil.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Addiere die drei Beiträge.
Ergebnis
- Gesamtwahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 4Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · anwendenErgänze den Baum: G hat Anteil 0,25. E tritt innerhalb von G mit Wahrscheinlichkeit 0,8 auf, außerhalb mit 0,4. Trage alle sechs Zweigwerte ein und berechne E insgesamt.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Zeichnung
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Gegenanteil:
- Schritt 2 · Erklärung
Gegenereigniszweige: 0,2 unter G; 0,6 unter nicht G.
- Schritt 3 · Erklärung
Gewichte beide E-Zweige.
Ergebnisse & Teilantworten
- Zeichnung
- Gesamtwahrscheinlichkeit
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · vertiefenDie Gruppen G und H überlappen. Jemand addiert P(G) mal P(E unter G) und P(H) mal P(E unter H) und nennt das P(E). Erkläre, warum diese Rechnung ohne weitere Angaben nicht zulässig ist.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
E-Fälle in der Überlappung können zweimal gezählt werden.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Außerhalb von G und H könnten weitere E-Fälle liegen.
Ergebnis
- Begründung
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 6Satz der totalen Wahrscheinlichkeit · transfer10 Prozent der Teile stammen von X und 90 Prozent von Y. Der Fehleranteil beträgt bei X 20 Prozent und bei Y 2 Prozent. Berechne den Gesamtfehleranteil und erkläre, warum das einfache Mittel 11 Prozent falsch ist.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
X-Beitrag:
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Y-Beitrag:
- Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg
Gesamt:
Ergebnisse & Teilantworten
- Gesamtfehleranteil
- Erklärung
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich prüfe, ob die Gruppen vollständig und überschneidungsfrei sind.
- Ich multipliziere Gruppenanteil und bedingten Trefferanteil.
- Ich addiere die passenden Pfadwahrscheinlichkeiten.
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