Erklärung 01
Eine Größe eindeutig definieren
Zufallsgröße und Zufallsvariable bedeuten dasselbe. Ein Ergebnis kann viele Eigenschaften besitzen. Erst deine Definition legt fest, welche Zahl betrachtet wird. Jedem Ergebnis muss genau ein Zahlenwert zugeordnet werden.
Beschreibe das Experiment.
Lege die betrachtete Zahl samt Einheit fest.
Ordne jedem Ergebnis genau einen Wert zu.
So geht es am Beispiel
Eine Karte wird gleich wahrscheinlich aus A, B, C, D gezogen. Die aufgedruckten Sterne sind 0, 2, 2, 4. Definiere X.
X zählt die Sterne auf der gezogenen Karte.
A liefert 0, B und C liefern 2, D liefert 4.
Erklärung 02
Zählen und stetig messen
Eine diskrete Größe hat endlich oder abzählbar viele mögliche Werte, zum Beispiel eine Anzahl. Ein stetiges Modell erlaubt jeden Wert in einem Intervall, etwa bei einer Dauer oder Masse. Die Anzeige eines Messgeräts ist gerundet und besitzt dagegen diskrete Anzeigewerte.
Unterscheide die modellierte Größe von der Anzeige.
Prüfe, ob Zwischenwerte im Modell möglich sind.
Die Zahl der Nachkommastellen einer Anzeige entscheidet nicht über das zugrunde liegende Modell.
So geht es am Beispiel
Eine Waage zeigt 1,4 kg und rundet auf 0,1 kg. Welche wahren Massen passen dazu? Verwende kaufmännisches Runden.
Ab 1,35 kg wird auf 1,4 kg aufgerundet.
Ab 1,45 kg erscheint bereits 1,5 kg.
Erklärung 03
Messwerte in Klassen überführen
Du kannst stetige Werte durch eindeutige Intervalle in diskrete Klassen übersetzen. Jede Grenze muss genau einer Klasse zugeordnet sein. Dabei geht Information über die genaue Lage im Intervall verloren. Stochastik untersucht solche Modelle und beobachtete Daten; eine Größenwahl ersetzt noch kein Wahrscheinlichkeitsmodell.
Wähle Klassen ohne Lücken und Überschneidungen.
Lege fest, zu welcher Klasse Grenzwerte gehören.
Benenne, welche Information erhalten bleibt.
Klassieren liefert eine neue diskrete Zufallsgröße.
So geht es am Beispiel
Eine Lieferzeit T in Stunden wird klassiert: Klasse 1 unter 2 Stunden, Klasse 2 ab 2 bis unter 4 Stunden, Klasse 3 ab 4 Stunden. Ordne 2,0 und 4,0 Stunden zu.
2,0 gehört zum eingeschlossenen Anfang der zweiten Klasse.
4,0 ist in der zweiten Klasse ausgeschlossen und gehört zur dritten.
Jetzt bist du dran
Aufgaben & Lösungen
Rechne zuerst selbst. Nutze den Platz für deinen Rechenweg und vergleiche anschließend mit der Lösung.
Aufgabe 1Zufallsgröße · EinstiegEin fairer Würfel wird geworfen. X zählt die Augenzahl, Y ist 1 bei gerader und 0 bei ungerader Augenzahl. Gib X und Y für die Ergebnisse 3 und 6 an.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
X übernimmt die geworfene Augenzahl.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
3 ist ungerade und 6 gerade.
Ergebnisse & Teilantworten
- X bei Ergebnis 3
- Y bei Ergebnis 3
- X bei Ergebnis 6
- Y bei Ergebnis 6
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 2Zufallsgröße · EinstiegOrdne zu und begründe kurz: Anzahl fehlender Bücher; ungerundete Wartezeit im stetigen Modell; eine auf volle Minuten gerundete Zeit.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Eine Anzahl hat ganzzahlige Werte.
- Schritt 2 · Erklärung
Im stetigen Modell sind Zwischenwerte möglich.
- Schritt 3 · Erklärung
Die gerundete Anzeige hat ganzzahlige Minutenwerte.
Ergebnisse & Teilantworten
- Bücher
- Ungerundete Zeit
- Gerundete Anzeige
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 3Zufallsgröße · ÜbungEine faire Münze wird zweimal unabhängig geworfen. X zählt die Wechsel zwischen Kopf und Zahl. Bestimme die Werte und ihre Wahrscheinlichkeiten.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
KK und ZZ haben keinen Wechsel; KZ und ZK haben genau einen.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
Die vier geordneten Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich.
Ergebnisse & Teilantworten
- Kein Wechsel
- Ein Wechsel
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 4Zufallsgröße · ÜbungZeichne auf der Zahlengeraden die Massen ein, die beim Runden auf 0,1 kg als 2,3 kg angezeigt werden. Markiere eingeschlossene und ausgeschlossene Grenzen.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Rundungsintervall
Du kannst auf Papier arbeiten oder deine Zeichnung in Worten beschreiben.
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die untere Rundungsgrenze liegt bei 2,25 kg und gehört dazu.
- Schritt 2 · Erklärung
Die obere Grenze 2,35 kg gehört zur Anzeige 2,4 kg.
Ergebnis
- Rundungsintervall
- Schritt 1 · Erklärung
Aufgabe 5Zufallsgröße · TransferWartezeiten werden klassiert: Klasse 1 unter 5 Minuten, Klasse 2 ab 5 bis unter 10 Minuten, Klasse 3 ab 10 Minuten. Ordne 4,9; 5,0 und 10,0 Minuten zu.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
4,9 liegt unter der ersten Grenze.
- Schritt 2 · Rechnung / Rechenweg
5,0 gehört zum Beginn der zweiten Klasse.
- Schritt 3 · Rechnung / Rechenweg
10,0 gehört zum Beginn der dritten Klasse.
Ergebnisse & Teilantworten
- 4,9 Minuten
- 5,0 Minuten
- 10,0 Minuten
- Schritt 1 · Rechnung / Rechenweg
Aufgabe 6Zufallsgröße · TransferAus einer Messung wird nur die Klasse „ab 20 bis unter 25 cm“ gespeichert. Lea behauptet: „Der genaue Messwert war 22,5 cm.“ Beurteile dies und nenne zwei andere mögliche Werte.Aufgabe öffnenAufgabe einklappen
Lösung & Rechenweg
Rechenweg
- Schritt 1 · Erklärung
Die Klasse enthält ein ganzes Intervall von Werten.
- Schritt 2 · Erklärung
22,5 cm ist nur die Klassenmitte, nicht der nachgewiesene Messwert.
- Schritt 3 · Erklärung
Zum Beispiel 21 cm und 24 cm liegen ebenfalls im Intervall.
Ergebnisse & Teilantworten
- Beurteilung
- Erster möglicher Wert
- Zweiter möglicher Wert
- Schritt 1 · Erklärung
Selbstcheck
Das kann ich jetzt
- Ich definiere eine Zufallsgröße mit Einheit.
- Ich unterscheide stetiges Modell und gerundete Anzeige.
- Ich ordne Grenzwerte genau einer Klasse zu.
AT Academy · Version 2026-10-21
